Frauen mit Kinderwagen (Foto: picture-alliance / dpa)

Gesetzentwurf zur Brückenteilzeit Wer profitiert vom Rückkehrrecht - und wer nicht?

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Amelie Heß

Am Mitwoch konnte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) seinen Gesetzentwurf zum Rückkehrrecht von Teil- auf Vollzeit durchs Kabinett bringen. Aber wer profitiert überhaupt von dem Rückkehranspruch?

"Im Kern geht es darum, dass die Arbeit zum Leben passt", sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) über den Gesetzentwurf zur Brückenteilzeit.

Recht auf Rückkehr von Teil- in Vollzeit

Mit diesem Gesetz sollen Arbeitnehmer ein Recht auf die Rückkehr von einer Teilzeitstelle in Vollzeit erhalten. Die Brückenteilzeit baue also eine Brücke von Teil- in Vollzeit und umgekehrt. Die vereinbarte Arbeitszeit soll für ein bis fünf Jahre verringert werden können.

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Aber das Gesetz soll nicht in allen Unternehmen gelten. Sondern erst ab mindestens 45 Beschäftigten in einem Betrieb. Wie viele Arbeitnehmer profitieren also von dem Gesetz? SWR-Hauptstadtkorrespondentin Anita Fünffinger hat sich den Entwurf angeschaut.

Frauen sollen aus der Teilzeitfalle raus

Das Gesetz helfe vor allem Frauen aus der Teilzeitfalle heraus. So wirbt Arbeitsminister Heil für die Brückenteilzeit. Fast jede Zweite aller beschäftigten Frauen – nämlich 42,5 Prozent – arbeitet aber in einem  Betrieb mit weniger als 45 Mitarbeitern und dann gilt das Gesetz für sie nicht.

Insgesamt haben somit  14,6 Millionen Menschen von diesem Gesetz gar nichts. Noch einmal 9,7 Millionen Menschen sind in einem mittleren Betrieb mit 46 bis 200 Mitarbeitern beschäftigt. Dort müssen Arbeitgeber nur einem von 15 Arbeitnehmern den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren. Das sind 26 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) (Foto: picture-alliance / dpa)
Frauen sollen künftig nicht mehr in die Teilzeitfalle geraten, will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

55 Prozent aller Beschäftigten hilft das Gesetz nicht

Zusammengerechnet hilft das Gesetz also 55 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland nicht oder nur in Teilen. Diese Zahlen stehen in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Sie liegt dem Bayerischen Rundfunk vor.

Positiver Nebeneffekt des neuen Gesetzes: Bislang können Teilzeitbeschäftigte nur nach Zeiten der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen zurück auf eine Vollzeitstelle. Künftig muss man gar nicht mehr begründen, warum man befristet in Teilzeit und dann wieder in Vollzeit arbeiten möchten.

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Amelie Heß
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Anita Fünffinger