Notrufnummer 112 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Christophe Gateau/dpa)

Spahn legt Gesetzentwurf für Notfallversorgung vor Notrufnummern 112 und 116117 sollen zusammengeführt werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen Gesetzentwurf zur Entlastung der medizinischen Notfallversorgung vorgelegt. Zunächst einmal ein guter Vorsatz, meint unser Berlin-Korrespondent.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Nummer 112 für den Rettungsdienst mit der Nummer 116117 für die Terminvergabe der niedergelassenen Ärzte zusammengeführt werden soll. In einem "Ersteinschätzungsverfahren" sollen Mitarbeiter der Notleitstelle bei jedem Anrufer ermitteln, ob ihm am besten im Krankenhaus oder bei einem ambulanten Arzt geholfen werden kann.

Wenn Spahn das System straffen und neu ordnen will, ist das ein guter Vorsatz, kommentiert SWR Berlin-Korrespondent Uwe Lueb. Über den Erfolg entscheide aber allein das Ergebnis:

Dauer

Ob die beiden Telefonnummern gleich ganz zusammengeschaltet werden oder weiterhin spezialisierte Teams am Telefon sitzen, ist noch nicht geklärt.

Notfallzentren an Krankenhäuser sollen mitentscheiden

Außerdem sollen an den Krankenhäusern Notfallzentren eingerichtet werden, die Patienten je nach Schwere ihrer Erkrankung in die Notaufnahme oder in eine ambulante Behandlung schicken.

So will Spahn die überlaufenen Notaufnahmen der Krankenhäuser entlasten und die Wartezeiten dort verkürzen. Bereits im Dezember hatte er seine Ideen vorgestellt. Um die Organisation der Leitstellen bundeseinheitlich zu regeln, muss es eine Grundgesetzänderung geben. Bisher kann der Bund in diesem Bereich keine Gesetze erlassen.

Steiger Stiftung gehen Pläne zur Notfallversorgung nicht weit genug

Die Björn Steiger Stiftung aus Winnenden, die sich für eine bessere Notfallversorgung einsetzt, sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Schritt, um Patienten besser durch das Gesundheitssystem zu lotsen. Darüber hinaus würden auch Rettungskräfte entlastet, sagte Stiftungspräsident Pierre-Enric Steiger.

Laut Stiftung fehlen bundesweit aber nach wie vor einheitliche Qualitätsstandards. "Aktuell klaffen zwischen einzelnen Bundesländern - und sogar zwischen einzelnen Regionen innerhalb eines Bundeslands - große Qualitätslücken", kritisierte Steiger.

Es sei nicht geregelt, wer die Rettung am Ort plane, wer im Blick behalte, ob Rettungswagen und -hubschrauber einsatzbereit seien oder wie systematisch Notrufabfragen bei den Leitstellen abliefen.

REDAKTION
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