Vermüllung in Kommunen: Einwegprodukte und andere Wegwerfartikel bereiten Probleme (Foto: dpa Bildfunk, Peter Kneffel)

Umweltministerin und Mainzer OB stellen Pläne vor Schulze und Ebling: Hersteller von Wegwerfprodukten sollen zahlen

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Immer mehr Müll wird auf Straßen, Gehwege und in Parks geworfen: von Kaffee-Einwegbechern bis zu Zigarettenkippen. Die Hersteller von Produkten, die achtlos weggeworfen werden, sollen künftig für die Müllbeseitigung mitzahlen.

Immer mehr Abfall landet achtlos in der Umwelt - angefangen bei vielen Menschen, die ihre Zigarettenkippen einfach irgendwo hinwerfen. Das Beseitigen werde immer teurer, sagt Umweltministerin Svenja Schulze (SPD). Sie will deswegen die Hersteller in die Pflicht nehmen, denn "wer mit Wegwerfartikeln sein Geld verdient, soll sich künftig an den Kosten für die Stadtreinigung beteiligen". Eine Frage der Gerechtigkeit, meint die Umweltministerin: Bisher trügen die Steuerzahler die Kosten.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling erzählt, dass der Müll im öffentlichen Raum in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt in den vergangenen fünf Jahren um 150 Tonnen gestiegen sei:

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Ebling: Höhere Kosten für die Hersteller führen zu abfallarmen Alternativen

Wie hoch der Anteil von Einweg- oder Wegwerfartikeln ist, will der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) mit einer Studie klären - und auch, wie aufwändig die Müllbeseitigung tatsächlich ist. Präsident des Verbandes ist der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Er beklagt umweltschädigende Ex-und-Hopp-Geschäftsmodelle. Wenn die Hersteller sich an den Kosten beteiligen müssten, meint Ebling, dann entstünden abfallarme Alternativen.

Städtische Betriebe Heidenheim: Zigarettenkippen schlimmer als Einwegbecher

Benjamin Beck von den Städtischen Betrieben in Heidenheim, erzählt im SWR, dass die Stadtreinigung mehr Probleme mit weggeworfenen Zigarettenkippen habe als mit Einwegbechern. Die Zigarettenstummel würden auch in Pflasterrillen liegen: "Die kriegen Sie mit nichts heraus. Man müsste sie theoretisch mit der Hand herausnehmen, und da steht der Aufwand nicht im Verhältnis." Hin und wieder würden dafür auch Kehrmaschinen eingesetzt, die Dreck einsaugen. Da sei es wiederum problematisch, dass die Maschine teilweise auch "die Fugen herausziehen. Deswegen muss man da relativ vorsichtig rangehen."

Beck vermutet, dass sich am Verhalten der Menschen, die Umgebung zu vermüllen, nicht viel ändern würde - trotz der Pläne, dass Hersteller für die Entsorgung von Wegwerfartikeln zahlen sollen und sich solche Produkte daher verteuern könnten:

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Die politischen Forderungen der vergangenen Wochen für eine bessere Umwelt oder besseres Klima: von Einwegplastik bis Abwrackprämie. SWR-Umweltredakteur Werner Eckert ordnet die Aussagen ein:

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