Verwelkte Sonnenblumen (Foto: SWR, picture alliance / ROPI)

Hitzewelle im Südwesten Sollten wir unseren Garten auf Hitze vorbereiten?

Hitze und Dürre. Die dürften wir in den kommenden Jahren noch häufiger zu spüren bekommen. Das gibt es deshalb im heimischen Garten zu beachten.

In ganz Deutschland hat die Hitzewelle der letzten Tage und Wochen vor allem für eins gesorgt: Dürre. Da bekommen nicht nur Landwirte erhebliche Probleme, sondern auch Hobbygärtner.

Von welchem Pflanzen sollten wir uns verabschieden?

Hier ist die Devise: von allem direkt verabschieden, was viel Wasser braucht. Als erste Maßnahme reicht es dann aber erst mal, die Pflanze an eine Stelle umzupflanzen oder zu verschieben, an der sie der Sonne etwas weniger ausgesetzt ist. Im zweiten Schritt sollten wir dann aber vielleicht auf Pflanzen setzen, die mit der Hitze besser klar kommen.

Trockengras als Alternative?

SWR-Umweltredakteur Werner Eckert ist beispielsweise selbst schon auf einen sogenannten Trockenrasen umgestiegen. Dabei handelt es sich um ein mediterranes Gras, das auch mit weniger Niederschlag über einen längeren Zeitraum auskommt. Und das ganz ohne braun zu werden.

Für wen in der nächsten Zeit im Garten sowieso eine größere Neuanschaffung auf dem Plan steht, wäre ein Zitronen- oder Feigenbaum vielleicht das Richtige, so Eckert weiter. Diese Bäume kommen, wie auch der Trockenrasen, gut mit viel Sonne und vergleichsweise wenig Niederschlag zurecht.

Feigenbaum (Foto: picture-alliance / dpa, SWR, picture alliance/imageBROKER)
Auch Feigenbäume halten der Hitze gut stand. picture alliance/imageBROKER

Umstellung auf Hitzekonsistente Pflanzen ist auch nicht das Richtige

Laut Eckert wäre es aber ein Fehler, den Garten jetzt schlagartig für ein heißes Klima zu optimieren. Besser sei eine sukzessive Anpassung. Denn: Der Klimawandel komme nicht von heute auf morgen, so Eckert.

Man wird Zitronen zum Beispiel nach wie vor im Winter in aller Regel reinstellen müssen. Das dürfte in unseren Breiten schwierig anders zu machen sein, denn der Winter bleibt im Zweifel hart und Frosttage mit extrem kalten Temperaturen bleiben im Set des Normalen.

Werner Eckert, SWR-Umweltredakteur

Ist der Garten sinnvoll bepflanzt?

Generell sei die akute Frage, die wir uns stellen sollten, laut Eckert eher: Ist unser Garten überhaupt sinnvoll bepflanzt - oder doch nur nach unseren Wünschen? Eckert rät vor allem dazu, in der Region heimische Pflanzen anzubauen, um auch ihren Bedürfnissen gerecht zu werden.

"Wenn ich zum Beispiel in unserer kalkhaltigen Gegend hier in Mainz immer wieder Azaleen sehe, Hortensien, die dann blau blühen sollen, dann weiß man, das geht nur in saurem Boden", so Eckert. Der Boden hier sei aber genau das Gegenteil.

Werner Eckert, SWR-Umweltredakteur

Stattdessen könnten wir unsere Gärten mehr nach den Bedürfnissen der heimischen Insekten ausrichten, so Eckert weiter. Insofern sei der Bananenanbau vielleicht irgendwo in der geschützten Ecke möglich - aber nicht unbedingt förderlich für Bienen und andere Insekten.

Was brauchen Insekten eigentlich?

Insekten brauchen nicht nur Nektar und Pollen, sondern auch Stängel und Blätter, um zum Beispiel Nester zu bauen - oder um von Raupen gefressen zu werden. Das schreibt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf seiner Webseite. Manche Insekten sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen, andere sind da nicht so wählerisch. So bieten zum Beispiel Kornblumen, Wiesensalbei oder Nickendes Leimkraut Nahrung für Schmetterlinge und Hummeln.

Bienen holt Nektar an einer Blüte (Foto: picture-alliance / dpa, SWR, picture alliance/imageBROKER)
Ein heimischer Garten kann mit den richtigen Pflanzen zum neuen Lebensraum für Bienen werden. picture alliance/imageBROKER

Gartenfreunde, die Rosen besonders schön finden, könnten auf Wildrosenengattungen wie die Hundrose, die Essigrose oder die Zimtrose umsteigen. Die haben meist nicht so enge Blüten wie Zierrosen - dafür aber mehr Pollen und Nektar. Sprich: Nahrung für Insekten.