Studenten des ersten Semesters verfolgen an einer Technischen Universität eine Vorlesung. (Foto: SWR, dpa Bildfunk, picture alliance/Michael Reichel/zb/dpa)

GEW kritisiert Exzellenz-Wettbewerb "Wir brauchen nicht nur mehr Geld, sondern nachhaltige Finanzierung"

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Der Titel Exzellenz-Universität bringt zwar viel Geld für die Forschung - aber nicht dauerhaft. So entstünden unsichere, befristete Arbeitsverhältnisse, kritisiert die GEW.

Andreas Keller, Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung bei der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), fordert im SWR: "Wir brauchen nicht nur mehr Geld, sondern eine nachhaltige Finanzierung." Bund und Länder würden immer wieder "neue Sonderprogramme veranstalten, die meistens nur für ein paar Jahre laufen." Dies sei auch der Fall bei der Exzellenz-Strategie.

Im Rahmen des Exzellenz-Wettbewerbes zeichnet die Deutsche Forschungsgemeinschaft heute Nachmittag elf Universitäten aus. 148 Millionen Euro werden dann unter den Gewinnern aufgeteilt.

Das Interview mit Andreas Keller können Sie hier nachhören:

Unis müssen sich alle sieben Jahre neu bewerben - und können ihren Exzellenz-Status verlieren

"Das Problem ist, wenn die Universitäten Geld bekommen, führt das in der Regel dazu, dass sie es für befristete Beschäftigungsbedingungen verwenden." Der Grund dafür sei, dass im Rahmen der Exzellenz-Strategie alle sieben Jahre evaluiert werde: "Da müssen sich Unis neu bewerben und es besteht das Risiko, dass Projekte wegfallen oder der Exzellenz-Status ganz entzogen wird. Dieses Risiko geben die Unis eins zu eins an ihre Beschäftigten weiter." Das sei ein riesengroßes Problem.

"Bund und Länder müssen erstmal die Grundfinanzierung verbessern"

Andreas Keller, Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung bei der GEW

Die Alternative sei, dass Bund und Länder erstmal die Grundfinanzierung verbessern würden. Mit dem Hochschulpakt sei ein erster Schritt dazu gemacht worden. Dieser sei aber unterfinanziert und werde nicht regelmäßig angehoben. „Das heißt: Bund und Länder müssen erstmal die Grundfinanzierung sicherstellen. Wenn sie dann noch als Sahnehäubchen Geld für gute Lehre und exzellente Forschung obendrauf legen, dann habe ich auch nichts dagegen.“

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