Alexander Drechsel (Foto: SWR)

Für weniger Lärm – ein Kommentar Ich will keine Motorräder mehr hören!

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Für einige wenige ist Motorradfahren Spaß – für die meisten aber nur nervig. Alexander Drechsel wünscht sich, dass dem lärmenden Egoismus ein Riegel vorgeschoben wird.

Ab heute heißt es: Tschüss, Sommer! Das Badezeug wird eingemottet, Treffen mit Freunden in lauen Sommernächten verblassen zur Erinnerung, und die Eisdiele an der Ecke bereitet sich auf die Winterpause vor.

Motorradfahrer (Foto: picture-alliance / dpa)
Motorradfahren: Einer hat Spaß, viele andere leiden

Wehmut kommt bei mir trotzdem nicht auf. Der Wetterumschwung zum Herbst verspricht bunte Wälder und Temperaturen, die Wanderungen ohne Hitzschlag ermöglichen. Vor allem aber erhoffe ich mir mehr Ruhe, weil weniger Motorradfahrer unterwegs sein werden.

Lärm als Beleg für Rücksichtslosigkeit

Ich gestehe, dass mir im Sommer böse Gedanken in den Sinn kamen, wenn wieder mal aggressive Motorengeräusche von der weit entfernten Landstraße die Stille des Waldes brutal zerrissen. Hörbar wurde nach jeder Kurve der Gasgriff bis zum Anschlag gedreht, um für wenige Meter die Beschleunigung der Maschine zu spüren. Der über viele Kilometer dröhnende Lärm im Minutentakt ist für mich ein nervtötender Beleg eines rücksichtslosen Hedonismus.

Vielerorts sind deswegen Biker nicht mehr willkommen – und das ist gut so! Viele Städte und Gemeinden schützen ihre Einwohner und Besucher inzwischen mit Fahrverboten vor dem dezibelstarken Lustverlangen Einzelner. Ich wünsche mir, dass es noch mehr werden.

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