Schülerinnen und Schüler demonstrieren in Aachen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marcel Kusch/dpa)

Rund 20.000 Teilnehmer erwartet "Fridays for Future": Aachener Polizei wegen internationaler Großdemo in Sorge

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Die Klimaschutz-Bewegung "Fridays for Future" nimmt weiter Fahrt auf: In Aachen hat eine internationale Streikaktion begonnen, mit zu 20.000 Teilnehmern aus 16 Ländern.

Mit mehreren Demonstrationszügen ziehen die meist jugendlichen Demonstranten als Sternmarsch durch die Innenstadt. Die zentrale Kundgebung mit Rede- und Musikbeiträgen findet auf dem Vorplatz des Aachener Tivoli-Stadions statt. Im Mittelpunkt steht der Protest gegen den Kohleabbau.

Sie wollten nicht länger zusehen, wie vor ihren Augen Klima zerstört werden, heißt es in dem Aufruf von "Fridays for Future". Die Lage der Stadt an der Grenze zu den Niederlanden und Belgien mache deutlich, dass Klimaschutz keine Ländersache, sondern eine globale Aufgabe sei.

Großeinsatz für Aachener Polizei

Die Aachener Polizei rechnet mit einem Großeinsatz, denn die Teilnehmer kommen vermutlich aus sehr unterschiedlichen Richtungen: Auf der einen Seite die "Fridays for Future"-Schülerinnen und Schüler, auf der anderen erfahrene Aktivisten von Gruppen wie "Ende Gelände", unter die sich wahrscheinlich auch gewaltbereite Demonstranten mischen werden.

So will die Polizei zusätzliche Sicherheitskräfte aus Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern anfordern. Grund ist der Umstand, dass in und um Aachen bis Montag diverse Protestaktionen für Klima- und Umweltschutz geplant sind. So wird am Samstag gegen den Tagebau Garzweiler demonstriert. Zu diesem Aktionstag haben unter anderem die Naturfreunde Deutschland und der BUND aufgerufen.

Brief der Polizei sorgt für Aufsehen

Die Aachener Polizei hatte im Vorfeld mit einem Brief an die Schulen in der Region für Schlagzeilen gesorgt. Darin rief sie die Schülerinnen und Schüler auf, sich von gewaltbereiten Gruppierungen" wie "Ende Gelände" fernzuhalten. Sie sollten nicht in eine "Strafbarkeitsfalle" tappen. Gegebenenfalls müsse man dann auch Maßnahmen gegen Jugendliche und Kinder treffen, so die Polizei.

Die Aachener Ortsgruppe von "Fridays for Future" hat daraufhin eine Entschuldigung der Polizei gefordert. "Das hat den Anschein erweckt, als würden Menschen durch Fridays for Future in illegale Aktivitäten hineingezogen", sagte Mitorganisator Tobias Holle "Spiegel Online".

Friedliche "Fridays for Future"-Proteste

"Fridays for Future"-Demonstrationen sind bislang in Deutschland ohne größere Zwischenfälle abgelaufen. Bei Protesten von Kohlegegnern, beispielsweise im Hambacher Forst, hat es dagegen Zusammenstöße mit der Polizei gegeben.

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