Schüler mit Laptop im Klassenzimmer (Foto: dpa Bildfunk, Marc Tirl)

Fragen und Antworten zum Digitalpakt Schule Das soll sich in den Klassenzimmern ändern

Der Bundestag hat die Gesetzesänderung für den Digitalpakt beschlossen. Wann soll er welche Veränderungen in Schulen bewirken?

Was wird mit dem Geld aus dem Digitalpakt gezahlt?

Mit dem Geld sollen die Schulen in Sachen Digitalisierung auf Vordermann gebracht werden: Laptops und Tablets in den Klassenzimmern, moderne Lernsoftware und digitale Whiteboards statt der analogen Tafel. Das Geld fließt in die technische Ausstattung und Infrastruktur.

Auch schnelles Internet per WLAN im Schulgebäude wird dadurch ermöglicht. Was genau im Detail von dem Geld finanziert wird, entscheiden die Bundesländer selbst. Doch ein Detail steht schon fest: Mit nach Hause nehmen dürfen die Schüler die so gekauften Tablets nicht.

Wie viel Geld bekommen die Schulen eigentlich?

Fünf Milliarden Euro verteilt auf fünf Jahre gibt der Bund für die Digitalisierung der Schulen. Auf die Bundesländer aufgeteilt wird dieser Betrag nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel. Nordrhein-Westfalen bekommt demnach als größtes Bundesland gut eine Milliarde Euro, Bremen als kleinstes 47 Millionen Euro. Laut Bundesbildungsministerium liegt die Investition rein rechnerisch betrachtet bei 500 Euro pro Schüler.

Klassenzimmer mit Whiteboard (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Rogulin Dmitry)
Klassenzimmer mit Whiteboard statt Tafel Foto: Rogulin Dmitry

Wann kommt das Geld in den Schulen an?

Der Bundestagspräsident änderte gleich am Morgen die Tagesordnung und setzte die Abstimmung über die Grundgesetzänderung für den Digitalpakt auf die Agenda. Auch im Bundesrat gilt eine Mehrheit als sicher. Er soll am 15. März das Gesetz bestätigen. Dann müssen sich die Länder um die genaue Ausgestaltung der Förderung kümmern. Bei ihnen wird auch das Geld beantragt.

Vor Ostern wird das wohl nicht mehr geschehen. Ein Zeitraum bis zum Sommer gilt schon als realistischer. Der genaue Zeitpunkt ist aber noch nicht klar.

Wird in den Schulen jetzt alles besser?

Eine Verbesserung bedeutet der Digitalpakt in jedem Fall. Aber Digitalisierung ist ein dauerhafter Prozess und kein Zustand, der mit einer Finanzspritze auf einmal hergestellt ist. Um für jeden Schüler einen Laptop anzuschaffen, dafür reicht das Geld ohnehin nicht.

Und die Technik, für die es reicht, muss auch gewartet werden. Solche regelmäßig laufenden Kosten deckt der Digitalpakt aber ausdrücklich nicht ab. Und auch die bald angeschafften Tablets sind irgendwann so alt und überholt wie heute ein Overhead-Projektor.

Das zweite große Problem in den Schulen rührt der Digitalpakt gar nicht an: den Lehrermangel. 40.000 neue Lehrer bräuchten die Schulen bundesweit laut Deutschem Lehrerverband. Dieses Problem müssen die Länder selbst lösen, denn wenn der Unterricht bald zunehmend digitaler abläuft, dann sind gut ausgebildete Lehrer mindestens genauso wichtig wie bisher.

Berlin-Korrespondent Uwe Lueb kommentiert den Digitalpakt-Kompromiss. Aus seiner Sicht sind die Schüler die Gewinner:

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