Formel-1-Legende Niki Lauda gestorben (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa)

Im Alter von 70 Jahren gestorben Trauer um Formel-1-Weltmeister Niki Lauda

Sportler, Funktionäre und Politiker trauern um den dreimaligen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda. Der Österreicher starb am Montag im Alter von 70 Jahren. Seit seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring 1976 hatte er immer wieder mit Gesundheitsproblemen zu tun.

Der Motorsport-Dachverband FIA sowie die Rennställe Ferrari, McLaren und Mercedes würdigten Laudas Leistungen und kondolierten seiner Familie. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen äußerte, Lauda sei ein Idol und ein Kämpfer, der nie aufgegeben habe. Kanzler Sebastian Kurz sagte, Österreich habe eine seiner herausragendsten Persönlichkeiten verloren.

Reaktionen aus der Motorsportwelt hören Sie im Audio:

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Norbert Haug: "Er war ein außergewöhnlicher Mensch"

Der ehemalige Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug denkt im Gespräch mit dem SWR an seine Zeit mit Niki Lauda zurück: "Ich habe eine großartige Zeit mit Niki Lauda gehabt. Ganz intensiv." Er werde dem Formel-1-Zirkus sehr fehlen.

"Niki Lauda ist ein Fels in der Brandung in der Rennsportwelt, das kann man nicht anders sagen. Er war ein ganz gewitzter Mensch, er war auch einer, der zugehört hat. Ich habe immer eine ganz ganz intensive und innere Verbindung zu ihm gespürt. Ich habe ihn sehr geschätzt als Fachmann, als Mensch, als Freund."

Das komplette Statement von Norbert Haug im Video:

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Rosberg bedankt sich bei Lauda auf Twitter

Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg schrieb auf Twitter, er habe viel von Lauda gelernt und bedankte sich für Laudas Geduld mit jungen Formel-1-Fahrern. Rosberg wurde 2016 bei Mercedes Formel-1-Weltmeister, Lauda war Aufsichtsratsvorsitzender des Rennstalls.

Lieber Niki... https://t.co/BLxi3pL33G

Tod war nicht überraschend

Der Tod von Niki Lauda kam nach Angaben seines Arztes nicht ganz überraschend. "Niki Lauda hat gekämpft. Er war ein toller Mann. Aber es war seit einiger Zeit klar, dass wir ihn nicht mehr auf die 'Rennstrecke' zurück bringen können", sagte Mediziner Walter Klepetko vom Wiener Allgemeinen Krankenhaus der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Auch der Formel-1-Rennstall Ferrari, für den Lauda als Fahrer zwei Weltmeisterschaften gewinnen konnte, trauert auf Twitter. "Er wird immer in unseren Herzen und in denen aller Ferrari-Fans sein", heißt es.

Everyone at Ferrari is deeply saddened at the news of the death of our dear friend Niki Lauda. He won two of his three world championships with us and will always be in our hearts and in those of all Ferrari fans. Our sincere condolences go to all his family and friends.#CiaoNiki https://t.co/mbzZBNZiRZ

Lauda gab immer Vollgas

Niki Lauda gab in seinem Leben immer Vollgas - auf und neben der Strecke. Wendepunkt war der 1. August 1976: Beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring raste er aus immer noch ungeklärter Ursache auf der Nordschleife auf eine Felswand. Lauda überlebte mit schweren Verbrennungen und fuhr nur sechs Wochen später wieder Formel-1-Rennen.

Der ehemalige deutsche Rennfahrer Jochen Mass fuhr gemeinsam mit Lauda in der Formel 1. Als Lauda 1976 seinen Feuerunfall hatte führte Mass das Rennen an. Laudas Motto sei immer gewesen, "was dich nicht total umwirft, macht dich stärker", so Mass im SWR.

Über seine Erinnerungen an Niki Lauda erzählt Jochen Mass im Interview mit dem SWR. Das ganze Gespräch können Sie hier nachhören:

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Dreifacher Formel-1-Weltmeister

Insgesamt gewann Lauda in seiner Motorsportkarriere drei Mal die Formel-1-Weltmeisterschaft und gewann 25 Formel-1-Rennen. Ende der 70er-Jahre gründete er seine eigene Fluggesellschaft - die Lauda Air. Bis zu seinem Tod war er Gesellschafter verschiedener Airlines. Zudem arbeitete Lauda als Berater, unter anderem bei Ferrari und zuletzt beim Formel-1-Team von Mercedes. Zudem war er bis Ende 2017 als TV-Experte im Rennsport tätig.

 Unfall auf dem Nürburgring: Der Ferrari des österreichischen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda geht in Flammen auf..  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)
Unfall auf dem Nürburgring: Der Ferrari des österreichischen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda geht in Flammen auf. picture alliance/dpa

Lauda hinterlässt vier Kinder

Im Sommer vergangenen Jahres war Lauda eine Lunge transplantiert worden. Nach einer Grippe-Erkrankung musste er im Januar erneut im Krankenhaus behandelt werden. Anlässlich seines 70. Geburtstages am 22. Februar hatte sich Lauda noch in einer kurzen Audio-Botschaft für die Glückwünsche mit den Worten bedankt: "Ich komme wieder zurück und es geht volle Pulle bergauf."

Lauda hinterlässt vier Kinder - zwei aus erster Ehe mit Marlene Knaus und Zwillinge mit Birgit Lauda, geborene Wetzinger, die er 2008 heiratete.

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