Eine Servicekraft zapft in einer Gaststätte ein Bier (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

Rund 3,5 Millionen "Mehrfachbeschäftigte" Zahl der Mehrfach-Jobber steigt - Forderung nach höherem Mindestlohn

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Die Zahl der Menschen mit mehreren Jobs ist in Deutschland weiter gestiegen. Das geht aus einer Anfrage der Linken im Bundestag hervor, über die die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Mehrere Jobs kombinieren - das müssen offenbar immer mehr Menschen in Deutschland, um davon einigermaßen leben zu können. Die Bundesagentur für Arbeit spricht von einem stetigen Anstieg auf gut 3,5 Millionen sogenannte Mehrfachbeschäftige. Verglichen mit dem Vorjahr waren das rund 3,6 Prozent oder 124.000 Menschen mehr.

Wer macht mehrere Jobs? Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund, zwischen 40 und 50 Jahren, sind besonders häufig vertreten. SWR-Wirtschaftsredakteurin Sabine Geipel erklärt die Hintergründe im Audio:

Dauer

Mehrere Minijobs werden kombiniert

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat ebenfalls gezählt und kommt sogar noch auf etwas mehr Mehrfach-Jobber. Dabei üben die meisten neben dem regulären Job noch eine geringfügige Beschäftigung aus. Teils werden auch mehrere Minijobs kombiniert.

Betroffen sind laut Böckler-Stiftung vor allem Menschen im Gastgewerbe und in anderen niedrig bezahlten Dienstleistungen. Mehr Frauen als Männer kombinieren mehrere Jobs, häufig sind auch Menschen mit Migrationshintergrund betroffen.

Forderung nach höherem Mindestlohn

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann beklagt in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass pure finanzielle Not immer mehr Menschen in Deutschland zu Mehrfachjobs treibe. Sie fordert, den Mindestlohn zu erhöhen - in einem ersten Schritt auf 12 Euro. Ähnlich sieht das die SPD. Derzeit beträgt der Mindestlohn 9,35 Euro pro Stunde.

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