Ein geflohenes Kind steht Hand in Hand mit seiner Mutter an Land  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / CITYPRESS 24)

Flüchtlingsverteilung in der EU "Es kann nicht sein, dass sich nur Italien und Malta kümmern müssen"

Bundesentwicklungsminister Müller fordert Solidarität mit den Mittelmeerländern - und zwar schnell. EU-Innenkommissar Avramopoulos will dagegen eine Übergangslösung. Das lehnt Müller ab.

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos macht in der Diskussion über die Verteilung von Geflüchteten in der EU Druck. Der Zeitung "Die Welt" sagte er, man müsse einen vorläufigen Mechanismus verabreden, welches Land wie viele Flüchtlinge aufnehmen solle.

Mit einer Übergangslösung könne man die Zeit bis zu einem endgültigen System überbrücken, so Avramopolus. Es könne nicht sein, dass sich vor allem Italien und Malta kümmern müssten, nur weil diese Länder am Mittelmeer lägen. Es gehe auch darum, Fälle wie zuletzt bei den Rettungsschiffen Sea Watch 3 und Alan Kurdi zu verhindern.

"Der Zustand und Umgang mit den Flüchtlingen ist untragbar"

Eine Absage an eine Zwischenlösung kommt dagegen von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Der "Bild" sagte er, die EU hangele sich seit dem Ende der Rettungsmission Sophia von einer Notlösung zur nächsten. Man könne nicht auf alle warten:

"Dann machen eben nur fünf oder acht Staaten bei der Solidaritätsaktion mit und nicht 27. Aber der jetzige Zustand ist untragbar."

Gerd Müller, CSU, Bundesentwicklungsminister

Im Audio hören Sie, warum Gerd Müller nun auf den Zusammenschluss weniger EU-Staaten pocht, um den Geflüchteten im Mittelmeer schnell zu helfen:

Dauer

Jetzt müssten die Staaten vorangehen, die bereit seien, Flüchtlinge aufzunehmen. Die Besatzung des Schiffes Alan Kurdi hat gestern weitere 44 Menschen von einem Flüchtlingsboot im Mittelmeer an Bord genommen – in Absprache mit den Behörden Maltas.

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