Sonne scheint durch Baumkronen in einem Wald (Foto: SWR)

Finanzkrise: Prima für's Klima Weniger Waren, weniger Energieverbrauch - weniger Klimagase

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Wenn die Finanzkrise etwas Gutes gebracht hat, dann für das Weltklima. Wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, erklärt Werner Eckert aus der SWR-Umweltredaktion.

Wenn es in der Wirtschaft kriselt, dann kann die Atmosphäre aufatmen. Die Krise, die 2008 mit der Lehmann-Pleite begonnen hat, hatte so zumindest ihr Gutes: Die Wirtschaft war im folgenden Jahr um 1,7 Prozent geschrumpft.

Weniger Waren, weniger Energieverbrauch - weniger Klimagase: 2009 gab es nach langen Jahren kontinuierlichen Anstiegs erstmals einen leichten Rückgang. Und zwar weltweit. Auf den ersten Blick war das eine Eintagsfliege. Denn schon 2010 rauchten die Schlote wieder mächtig. Es gab eine Art Nachhol-Effekt: Wirtschaftswachstum und Klimagase gingen genauso rapide wieder nach oben, wie sie eingebrochen waren.

Wirtschaftswachstum - entkoppelt von mehr Treibhausgasen

Aber danach, das zeigen Statistiken der Internationalen Energie-Agentur IEA, beginnt sich der Ausstoß an Treibhausgasen vom Wirtschaftswachstum abzukoppeln. Mehr globaler Wohlstand – ohne dass die Atmosphäre stärker belastet wird. Das war aus ein paar reicheren Industriestaaten bekannt: Deutschland, Schweden, Großbritannien und andere haben Wachstum sogar mit weniger CO2 in absoluten Zahlen erreicht.

Werner Eckert (Foto: SWR)
SWR-Redakteur Werner Eckert

Andere - wie die USA und selbst China - zeigen zwar steigende Emissionen, aber die Wirtschaftsleistung ist dafür drei- bis fünfmal stärker gestiegen. Das zumindest klappt in immer mehr Ländern.

Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien muss gesteigert werden

Nach dem Crash ist die Wirtschaft global aber auch langsamer gewachsen als davor – im Schnitt um 3,3 Prozent im Jahr und nicht mehr um 5 Prozent und mehr. Das ist ein Tempo, bei dem bessere Energienutzung und neue Wind- und Solaranlagen gerade noch mitkommen. Und bei dem die Welt nicht mit Volldampf in die Erderwärmung fährt.

Aber wirklich besser wird die Lage damit auch noch nicht: Um die Temperaturerhöhung unter zwei Grad zu halten, wie das im Paris-Abkommen als Ziel festgehalten wurde, müssten bis Mitte des Jahrhunderts Strom aus Erneuerbaren Energien für praktisch alle Menschen dieser Erde zur Verfügung stehen.

Die Entwicklungs- und Schwellenländer wollen weiter Wachstum - dann ohne Kohle, Öl und Gas.

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