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Ferkel vor Gericht. Ein Kommentar Gott hat uns das Leben und die Juristen geschenkt

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Die Grundrechte gelten auch für Ferkel, meint die Tierschutzorganisation Peta. Martin Rupps fragt sich, ob demnächst auch die Traumatisierung umgesiedelter Eidechsen vor das Bundesverfassungsgericht kommt.

Die Tierschutzorganisation Peta klagt im Namen von Ferkeln, die ohne Betäubung kastriert werden, vor dem Bundesverfassungsgericht. Nicht nur Menschen, auch Tiere hätten Grundrechte. Das Gericht müsse Tiere als klagefähige "nicht-humane Rechtspersonen" anerkennen.

Bisher werden Ferkel unter acht Lebenstagen vor der Kastration nicht betäubt (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance/dpa)
Bisher werden Ferkel unter acht Lebenstagen vor der Kastration nicht betäubt picture-alliance/dpa

"Der Mensch steht im Mittelpunkt der Verfassung", stellt der Juraprofessor Jens Bülte im SWR Gespräch fest. Er gehört zu denen, die die betäubungslose Kastration für verfassungswidrig halten. Stimmt ihm das Bundesverfassungsgericht zu, wäre ihm ein Platz in der deutschen Rechtsgeschichte sicher. An der Seite von Ebern unter acht Tagen.

Der freiheitliche soziale Rechtsstaat ist die beste politische Ordnung von Menschen für Menschen. Sie auf Tiere – und demnächst auf Pflanzen oder Steine? – anzuwenden, überfordert diese Ordnung und die Menschen, die nach ihr leben sollen.

Fehlt noch, dass Peta am Bundesverfassungsgericht im Namen der Eidechsen klagt, die infolge ihrer Umsiedlung wegen "Stuttgart 21" traumatisiert worden sind.

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