Fahrrad Kopenhagen (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa)

ADFC-Preis für Karlsruhe Das sind die Kriterien für eine fahrradfreundliche Stadt

In Berlin werden heute die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2018 vorgestellt. Damit zeichnet der ADFC fahrradfreundliche Städte aus.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat in Berlin als erster Bundesverkehrsminister die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) vorgestellt. Das Ergebnis: Karlsruhe ist eine der fahrradfreundlichsten Städte. Aber was macht eine Stadt besonders fahrradfreundlich?

1. Kriterium: Wie sicher fühlen sich die Radler?

Ist die Stadt fahrradfreundlich, gibt es extra Radwege und diese sind auch sicher. Lieblos gepinselte weiße Linien, die von Autofahrern ständig ignoriert werden, reichen da nicht aus. Und: Der Radweg muss auch nicht mit Fußgängern geteilt werden.

Das Video von Marktcheck zeigt, wie der "Tote Winkel" Menschen auf dem Fahrrad das Leben kosten kann.

Bleiben noch die Fragen: Wie sicher kann man sein, das Rad abends auch wiederzufinden? Gibt es also sichere Abstellplätze und was wird gegen Diebstahl unternommen?

2. Kriterium: Was ist mit den Kindern?

Können sie alleine mit dem Rad zur Schule fahren oder ist das zu gefährlich? Und unterstützen die Schulen das Radfahren? In fahrradfreundlichen Städten tun sie das. Die Gehwege, die ja von radelnden Kindern mitbenutzt werden dürfen, sind hier sicher. Und Eltern, die ihren Nachwuchs mit dem Lastenrad oder dem Anhänger durch die Gegend kutschieren, treffen nicht ständig auf Hindernisse, sondern auf Radwege, die breit genug sind.

Fahrradstraße Karlsruhe (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uli Deck/dpa)
Eine Fahrradstraße in der Karlsruher Innenstadt picture alliance/Uli Deck/dpa

3. Kriterium: Ist Radfahren spaßig oder stressig?

In einer fahrradfreundlichen Stadt fühlen sich alle Radelnden wohl, egal ob jung oder alt, Sportler oder Alltagsradler. Auch von den anderen Verkehrsteilnehmenden, insbesondere den Autofahrenden, fühlen sie sich - zumindest meistens - akzeptiert und nicht drangsaliert.

4. Kriterium: Wie schnell ist man mit dem Rad?

Die Frage ist zum Beispiel, wie gut das Stadtzentrum mit dem Rad erreichbar ist. Und wie sieht es mit anderen Zielen aus, können Radelnde diese direkt anfahren oder nur über Umwege? In fahrradfreundlichen Städten ist das kein Problem, es gibt direkte Zuwege.

Außerdem sind dort Einbahnstraßen für den Radverkehr freigegeben, Radwege gut ausgeschildert und wer kein eigenes Rad dabei hat, kann sich problemlos eines leihen.

Fahrrad Kopenhagen (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa)
Kopenhagen gilt international als "Radlerparadies" (c) dpa

5. Kriterium: Wie sieht es mit dem Komfort aus?

Komfortabel sind breite Radwege mit einer glatten Oberfläche, auf der man gut vorankommt. In einer fahrradfreundlichen Stadt gibt es auch genügend Abstellmöglichkeiten. Und wenn nötig, kann man das Rad einfach und günstig mit in öffentliche Verkehrsmittel nehmen, ohne von stundenlangen Sperrzeiten ausgebremst zu werden.

6. Kriterium: Welchen Stellenwert hat der Radverkehr überhaupt?

Wird genug in neue Radwege investiert? Und was passiert mit Autofahrenden, die Radwege als Parkplätze missbrauchen? Sind die Ampeln so geschaltet, dass Radfahrer nicht pausenlos ausgebremst werden? Eine fahrradfreundliche Stadt kümmert sich um diese Fragen und sie sorgt auch dafür, dass die Radwege von Laub, Schnee und Eis befreit werden.

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