FDP-Generalsekretärin Nicola Beer nach ihrer Wahl zur Spitzenkandidatin für die Europawahl (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Gregor Fischer/dpa)

FDP-Europaparteitag Nicola Beer ist Spitzenkandidatin

Die FDP hat auf ihrem Parteitag heute ihre Generalsekretärin Nicola Beer zur Spitzenkandidatin für die Europawahl gekürt. Gegen Vorwürfe einer politischen Nähe zum ungarischen Regierungschef setzte sie sich zur Wehr.

Sie habe "keinerlei Sympathien" für dessen Ideen eines "illiberalen Europa", sagte die 49-jährige Beer auf dem Delegiertentreffen in Berlin. Sie soll versucht haben, Nadja Hirsch, eine der drei FDP-Abgeordneten im Europaparlament, zugunsten des nationalkonservativen ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orbán beeinflusst zu haben. Zu dessen Partei habe sie keinerlei Verbindungen, bekräftigte Beer - ihre Sympathie gelte dem Land und den Menschen, die sie dort kennengelernt habe.

Beer wurde mit knapp 86% gewählt. Sie sprach sich für eine gründliche Erneuerung der Europäischen Union aus: "Wir müssen Europa nicht neu gründen, aber dringend neu ausbalancieren." Man dürfe der Korruption und der Bedrohung der Pressefreiheit nicht tatenlos zusehen.

Programm zur Europawahl verabschiedet

Auf der Tagesordnung der Liberalen stand neben der Wahl der Spitzenkandidatin auch der Beschluss des Europawahlprogramms, in dem die Partei unter anderem eine Reform der EU und die Bildung einer europäischen Armee fordert. Zudem sollte es auch mehr Schüleraustausch und Sprachenförderung geben.

"Die Einheit Europas ist das Beste, was uns allen passieren konnte", heißt es im Leitantrag der FDP.

Das Ziel der Partei für die Europawahl am 26. Mai ist ehrgeizig: Sie will ihre bislang drei Sitze im Parlament verdreifachen. "Das ist ambitioniert, es ist aber möglich", meinte Beer.

Eine Zusammenfassung des Parteitags hören Sie im Audiobeitrag:

REDAKTION
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