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FC-Bayern-Präsident hört auf. Ein Kommentar Talkshow-Verbot für Uli Hoeneß!

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Uli Hoeneß ist der Franz Josef Strauß des deutschen Fußballs, meint Martin Rupps. Er passt wie Strauß viel besser auf das Märchenschloss Neuschwanstein als in irgendein Büro.

Der Freistaat Bayern brachte im letzten Jahrhundert eine Handvoll Männer hervor, die viel besser auf das Märchenschloss Neuschwanstein passen als in irgendein Büro. Der Politiker Franz-Josef Strauß zählt dazu. Oder der Fußballer bzw. Fußballmanager Uli Hoeneß, der am Freitag als FC Bayern-Präsident seinen Hut nimmt.

Schloss Neuschwanstein – ein würdiges Zuhause für den bisherigen FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Schloss Neuschwanstein – ein würdiges Zuhause für den bisherigen FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß Picture Alliance

Strauß war Metzgersohn, Hoeneß ist es auch. Ihm gehört eine Wurstfabrik. Die biographische Ähnlichkeit scheint zufällig, ihr gemeinsames Gebaren nicht. Wie Franz-Josef Strauß zu Zeiten der alten Bundesrepublik ist Uli Hoeneß stets für einen deftigen Spruch gut. Als verhinderter König von Bayern durfte er, was seinen Untertanen versagt bleibt: Spieler, Journalisten und überhaupt die ganze Welt beschimpfen. Oder in sein Präsidentenamt zurückkehren, nachdem er wegen Steuerhinterziehung im Kittchen saß.

"Er ist wie ein Baum, der Blitze anzieht", hat der Historiker Golo Mann über Franz Josef Strauß gesagt. Er könnte es auch über Uli Hoeneß sagen. Wie einst bei Strauß ist es bei Hoeneß unmöglich, über ihn keine Meinung zu haben. Man muss ihn mögen oder nicht mögen, dazwischen gibt es nichts.

Ich gehöre zur Hälfte der Menschheit, die Uli Hoeneß gern weiter im Präsidentenamt gesehen hätte. Aber nicht aus Bewunderung, sondern um die sonstige Welt vor ihm zu schützen. Künftig kann er in deutschen Fußball-Talkshows sitzen, oder besser: schlachten.

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