SWR  (Foto: SWR)

Ex-UEFA-Präsident Platini in Polizeigewahrsam. Ein Kommentar Keine deutsche Elf zur WM nach Katar!

AUTOR/IN

Die Festsetzung von Michel Platini zeigt einmal mehr, dass eine Fußball-Weltmeisterschaft in Katar moralisch eine Katastrophe wäre. Martin Rupps wünscht sich, dass die neue DFB-Präsidentin bzw. der DFB-Präsident keine deutsche Mannschaft in den "Schurkenstaat" schickt.

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini befindet sich in Gewahrsam der französischen Polizei. Es geht um seine Rolle bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar.

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini befindet sich wegen Korruptionsvorwürfen in Polizeigewahrsam (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini befindet sich wegen Korruptionsvorwürfen in Polizeigewahrsam Picture Alliance

Je näher die WM rückt, desto kürzer werden die Abstände zwischen schlechten Nachrichten über sie. Die Arbeiter in Katar bauen die Stadien unter sklavischen Bedingungen, einige sind schon gestorben. Das Regime unterstützt möglicherweise den internationalen Terrorismus, worauf sogar der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Volker Kauder, eine "ernsthafte Diskussion" über die Verlegung forderte. Mit Platinis Festsetzung scheint sich der Verdacht der Bestechung bei der Vergabe zu erhärten.

Bestechungsvorwürfe gegen früheren UEFA-Präsidenten Platini

Sportlich spricht gegen ein WM-Land Katar, dass sich bei 50 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit nicht gut Fußball spielen lässt. Wozu der Aufwand, Stadien wie Kühlschränke zu bauen, wenn es anderswo keine Kühlung braucht?

Ich fände es heldenhaft, wenn die neue DFB-Präsidentin beziehungsweise der Präsident eine Verlegung der WM fordert, verbunden mit der Zusage, die deutsche Nationalmannschaft nicht nach Katar zu schicken. Die Bundeskanzlerin mag ihr oder ihm gern beispringen.

In Katar entstehen derzeit die Stadien für die Fußball-WM 2022 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)
In Katar entstehen derzeit die Stadien für die Fußball-WM 2022 Picture Alliance/Picture Alliance

Natürlich, das gäbe ein globales Gezeter. Wahrscheinlich weniger von Fußballfans als von Leuten, die in Katar kräftig verdienen. Aber was wäre die Alternative? Eine WM in einem Schurkenstaat. Eine moralische Katastrophe, an der nicht nur die Sportwelt schweren Schaden nähme.

AUTOR/IN
STAND