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Ex-Ministerpräsident im Portrait. Ein Kommentar Stefan Mappus - Haudrauf mit Prinzipien

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Das SWR Fernsehen zeigt eine Dokumentation über Stefan Mappus, dem bisher letzten CDU-Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Martin Rupps erkennt darin eine Persönlichkeit in all ihren Widersprüchen.

Heute Abend zeigt das SWR Fernsehen die "Stefan-Mappus-Story". Im Film betritt der abgewählte Regierungschef das Stuttgarter Staatsministerium, seinen früheren Dienstsitz, zum ersten Mal nach sieben Jahren - ein Portraitbild von ihm wird in der Bildergalerie der baden-württembergischen Ministerpräsidenten enthüllt.

Stefan Mappus (Foto: SWR)
Sieben Jahre nach seiner Abwahl besuchte Stefan Mappus wieder das Stuttgarter Staatsministerium - ein Portrait von ihm wird dort enthüllt

Stefan Mappus gilt heute als Prototyp des politischen Haudrauf. Er ließ Wasserwerfer und Schlagstöcke auf "Stuttgart 21"-Demonstranten los, schmuggelte ein Milliardengeschäft verfassungswidrig am Landtag vorbei und wurde nach dem Atomunfall von Fukushima vom Kernkraft-Fan zu ihrem größten Gegner. Der Journalist Ulrich Kienzle bemerkte später spöttisch, an diesem Tag habe bei Stefan Mappus die "geistige Kernschmelze" eingesetzt.

Politische Mitstreiter einbeziehen? Zeitverschwendung!

Der Film lässt ausgewogen Freunde und Gegner von Stefan Mappus zu Wort kommen. Den stärksten und höchst widersprüchlichen Eindruck erzeugt der Portraitierte selbst: Einerseits verhehlt Stefan Mappus nicht, dass er weiter an seinem barocken, autoritären Politikverständnis festhält. Sich mit vielen Leuten abzustimmen, erscheint ihm noch immer als Zeitverschwendung.

Stefan Mappus (Foto: SWR)
Der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus während einer Debatte im Landtag

Andererseits kommt man nicht umhin, ihn unwillkürlich mit dem politischen Personal der Gegenwart zu vergleichen. Da kommt Stefan Mappus ganz gut weg: Er ist ein homo politicus mit Prinzipien und Durchsetzungskraft. Ein Mann in seinen Grenzen, aber berechenbar und willensstark.

Immerhin.

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