Teilnehmerinnen in Dortmund halten Schal mit dem Motto des Kirchentages "Was für ein Vertrauen" (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

Schwerpunkthemen Klimaschutz und Gerechtigkeit Evangelische Kirchentag: Steinmeier fordert neue Regeln für die digitale Welt

Nach dem stimmungsvollen Auftakt am Mittwoch rücken nun die inhaltlichen Schwerpunkte des Kirchentags in den Mittelpunkt: Klimaschutz, Gerechtigkeit und die digitale Welt.

Auf dem 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für neue Spielregeln in der digitalen Welt ausgesprochen. Es sei an der Zeit, "das Spiel zu unterbrechen und die Spielregeln zu überprüfen".

Dauer

Sorge vor Generationenkonflikt wegen Klimawandels

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo warnte mit Blick auf den Klimawandel vor einem neuen Generationenkonflikt. In der "Fridays for Future"-Bewegung werde eine neue Sollbruchstelle zwischen Eltern und Kindern deutlich, sagte der 60-jährige Journalist in seiner Bibelarbeit.

"Ich sehe diesen Generationenkonflikt mit Sorge", sagte Di Lorenzo. Er frage sich, was die Gesellschaft noch zusammenhalte, wenn zusätzlich zu den Vertrauensverlusten in Politik, Medien und Gesellschaft auch noch das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern verloren gehe.

Forderung nach Klimagerechtigkeit

Luisa Neubauer, Mitbegründerin der deutschen "Fridays for Future"-Bewegung, setzt auf die Kirche. Sie könne die Menschen als "Task Force Hoffnung" in den Herzen erreichen. Neubauer lud alle Gemeinden ein, sich der "Fridays for Future"-Bewegung anzuschließen und klimaneutral zu werden.

Die Präsidentin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, forderte die Bundesregierung auf einem Podium zum Thema Klimagerechtigkeit auf, das geplante Klimaschutzgesetz zügig voranzubringen. "Wir brauchen eine mutige Regierung", sagte Füllkrug-Weitzel. Das international vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsse in dem nationalen Klimaschutzgesetz festgehalten werden.

Der Evangelische Kirchentag begann am Mittwoch mit mehreren Gottesdiensten, zu denen sich rund 40.000 Menschen versammelten. An dem folgenden Straßenfest "Abend der Begegnungen" nahmen laut Veranstalter rund 130.000 Menschen teil. Der Kirchentag ist alle zwei Jahre in einer anderen Stadt zu Gast.

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