Die "Viking Sky" ist im Hafen angekommen. (Foto: Reuters Connect)

Kreuzfahrtschiff vor Norwegen in Seennot "Viking Sky" ist sicher im Hafen angekommen

Mehr als 24 Stunden nach dem Absetzen des Notrufes ist ein in Seenot geratenes Kreuzfahrtschiff mit hunderten Menschen an Bord sicher in einem norwegischen Hafen eingetroffen. Damit geht für viele ein Albtraum zu Ende.

Vor der Kulisse schneebehangener Berge legte die "Viking Sky" am Sonntagnachmittag an einem Pier in der Kleinstadt Molde an, wie im norwegischen Fernsehen zu sehen war. Die rund 900 Menschen, die über Nacht auf dem Schiff ausgeharrt hatten, blieben zunächst an Bord des Schiffes - manche von ihnen winkten vom Balkon ihrer Kabinen.

Evakuierung aus der Luft abgebrochen

Zuvor wurde bekannt, dass das vor Norwegen in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff wieder aus eigener Kraft fahren konnte. Drei der vier Motoren der "Viking Sky" funktionierten wieder, teilten die Einsatzkräfte mit.

Die Evakuierung von "Viking Sky" war daraufhin unterbrochen worden: Hubschrauber sollten keine Menschen mehr an Land fliegen, während Schlepper das Schiff in den Hafen der Stadt Molde bringen, teilte der norwegische Rettungsdienst mit. Bis dahin seien etwa 460 Menschen gerettet worden. 17 Menschen waren ins Krankenhaus gebracht - drei von ihnen schwer verletzt.

Riskante Rettungsaktion an Seilwinden

Ein Sprecher des norwegischen Rettungsdienstes, Per Fjeld, sagte, die Passagiere wurden einzeln mit einer Winde an Bord der Hubschrauber gezogen und anschließend an die Küste geflogen.

"Ich hatte Angst. Niemals zuvor habe ich etwas so Furchtbares erlebt".

Passagierin nach der Evakuierung im norwegischen Rundfunk NRK

Am Samstag hatte die Crew der "Viking Sky" gemeldet, es gebe Motorprobleme und das Schiff müsse evakuiert werden. Die Polizei der norwegischen Provinz Møre og Romsdal ag teilte auf Twitter mit, dass die Situation ernst sei - das Schiff drohte auf Riffe zuzulaufen.

Aufnahmen der verbleibenden Menschen an Bord zeigten dramatische Szenen: Die "Viking Sky" schwankte heftig, durch die Fenster sahen die Passagiere riesige Wellen. Sessel, Tische und Pflanzen rutschten im Schiff hin und her - einer Frau fiel ein Teil der Decke auf den Kopf. Sehen Sie hier Szenen aus dem Inneren des Schiffes und von der Rettungsaktion:

Das Wetter bereitet den Rettern Probleme

Vor der Küste Norwegens ist es momentan sehr stürmisch – deshalb konnten die Retter nicht mit Rettungsbooten arbeiten. Zwei Schiffe des Seenotrettungsdienstes mussten umkehren, teilte ein Sprecher des südnorwegischen Rettungsdienstes mit.

Weiteres Schiff in Seenot – Rettung der Menschen verzögert sich

Wegen des stürmischen Wetters war am Samstagabend vor der norwegischen Küste noch ein weiteres Schiff in Seenot geraten. Dabei handelt es sich um den Frachter "Hagland Captain" – auch von dort sei ein Hilferuf abgesetzt worden. Das Frachtschiff sei auf die Seite gekippt, so der südnorwegische Rettungsdienst. Das norwegische Fernsehen berichtete, der Frachter habe sich auf dem Weg zum Kreuzfahrtschiff "Viking Sky" befunden, um bei dem dort laufenden Rettungseinsatz zu helfen.

Weil die Besatzung des Frachters zuerst gerettet werden müsse, wurden daraufhin Rettungshubschrauber umgeleitet, die sich zur Stunde um die Evakuierung der 1.300 Menschen auf der "Viking Sky" gekümmert hatten.

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