Wladimir Putin, Präsident von Russland, hält eine Rede beim ersten Afrika-Russland-Gipfel im Black Sea Resort. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Valery Sharifulin/POOL TASS Host Photo Agency/dpa)

Erster Russland-Afrika-Gipfel "Wir müssen Russlands Interesse sehr ernst nehmen"

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Im russischen Sotschi läuft der erste Russland-Afrika-Gipfel. Geleitet wird das Treffen unter anderem vom russischen Präsidenten Putin – nicht ohne Hintergedanken.

Offiziell soll das Treffen dazu dienen, die russisch-afrikanischen Beziehungen schneller und systematischer als bisher zu entwickeln. Außerdem soll die Zusammenarbeit von Politik über Wirtschaft bis hin zu Kultur gefördert werden. Russland hat sein Engagement in der Region schon vor dem Gipfel massiv erhöht – bis zu 40 Prozent der russischen Waffenexporte gehen laut Kreml bereits an afrikanische Staaten.

Stecken geopolitische Interesse dahinter?

Vor allem westeuropäische Staaten blicken mit Unbehagen auf den Afrika-Gipfel in Russland. Sie befürchtet dahinter weniger Wirtschaftsinteressen als viel mehr ein geopolitisches Kalkül des russischen Präsidenten Waldimir Putin. Nach dem Motto: Russland will Afrika weder China noch "dem Westen" überlassen.

"Deutschland muss sich mehr in Afrika engagieren"

Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), fordert deshalb schon lange, dass sich auch Europa mehr auf dem Kontinent engagiert. „Es passiert zu wenig. Wir müssen uns bewusst machen, dass die Europäische Union zunehmend ein geopolitischer Spieler werden muss und ich glaube, dass wir auch interessante, vor allem langfristige, Dinge zu bieten haben“, so Nooke im SWR. Das Interesse von Russland in Afrika müssen man auf jeden Fall sehr ernst nehmen.

"Bürokratie macht EU zu langsam"

Grundsätzlich sei die EU auf einem richtigen Weg, aber sie sei einfach nicht schnell genug, meint Nooke: „Die viele Bürokratie in Brüssel macht das Ganze ein bisschen zu langsam. Wenn unser Bemühen zwar richtig ist, aber andere schneller sind, kommen wir halt zu spät. Das ist eigentlich unser Hauptproblem. Wir müssen unsere administrativen Strukturen in Europa, in Brüssel, so anpassen, dass wir zu einer einheitlichen Afrika-Politik kommen.“

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