Bild von Wirdrädern auf dem Rosskopf bei Freiburg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa/ Rolf Haid)

Erneuerbare Energien in Deutschland Windkraftgipfel ohne konkrete Ergebnisse

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Wirtschaftminister Peter Altmeier (CDU) hat sich Donnerstag mit Vertretern der Industrie, der Länder sowie von Umweltgruppen, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen getroffen. Das Ziel: Den Ausbau der Windenergie ankurbeln. Konkrete Ergebnisse: Fehlanzeige.

Altmeier sagte, die Gespräche mit Ländern und Umweltverbänden sollen in Kürze fortgesetzt werden. Ziel sei es, noch im Herbst Gesetze zu starten, um den schleppenden Ausbau der Windkraft an Land wieder zu beschleunigen.

Fazit von Umweltminister Altmeier: Die Geschichte der Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte - aber die Windenergiebranche hat schwere Probleme:

Dauer

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) erklärte, um den Ausbau der Windkraft an Land schnell wieder ins Laufen zu bringen, seien mehr Flächen notwendig. Außerdem müsse es einfachere Genehmigungsverfahren geben. Die Windenergie an Land ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung auf 65 Prozent steigen.

Die Windenergiebranche schlägt schon länger Alarm.

Der Ausbau an Land findet kaum noch statt. Beim Windgipfel ging es darum, wie die Rahmenbedingungen verbessert werden können, heißt es vom Ministerium.

Branchen- und Umweltverbände wissen auch schon wie das aussehen könnte. Ihre Ideen: Langwierige Genehmigungsverfahren beschleunigen. Mehr Flächen für Windkraftanlagen bereitstellen. Und die Akzeptanz stärken, indem Bürger und Gemeinden an Windparks beteiligt werden. Denn der Bundesverband Windenergie beklagt einen Genehmigungsstau und eine Klageflut.

Am Donnerstag schaltete sich das Bundesamt für Naturschutz in die Diskussion ein: Beim Bau neuer Windkraftanlagen müsse noch stärker als bisher auf den Schutz der Natur geachtet werden. Die Behörde warnt vor einem Aufweichen des Artenschutzrechts.

Interessantes Detail: Der Natur- und Artenschutz ist mit Abstand der Hauptklagegrund gegen neue Windräder. Das hat die Fachagentur "Wind an Land" in einer Analyse herausgefunden.

Windkraft zum Erreichen der Klimaziele

Mehr als tausend Bürgerinitiativen machen gegen Windräder mobil. Die Folge: ein rasanter Jobabbau. Seit 2017 gingen in der Branche zehntausende Stellen verloren, berichtet die IG Metall. Sie fordert vom Gipfel ein klares Bekenntnis zur Windenergie.

Auch die Bundesregierung ist auf den weiteren Ausbau dringend angewiesen. Sonst sind die Klimaziele für 2030 in Gefahr. Bis dahin sollen 65 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien kommen.

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