Europawahl (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Ralf Hirschberger/ZB/dpa)

Erklärvideo zum Stimmzettel So funktioniert die Europawahl am 26. Mai

83 Millionen Europäer sind dazu aufgerufen, das neue Europaparlament zu wählen. Der Stimmzettel ist riesig - so füllen Sie ihn richtig aus.

Grundsätzlich gilt: Egal, wie groß Ihr Stimmzettel ist, sie dürfen nur ein Kreuz machen. Damit wählen Sie aber keinen Kandidaten ins Europaparlament, sondern geben einer Partei Ihre Stimme.

So funktioniert die Europawahl:

Dauer

Zurzeit werben alle Parteien, die ins Europaparlement einziehen wollen, um Wähler. Die Vielfalt an Themen ist groß. Islamismus, Migration, Nationalismus und Klimawandel - das sind die Themen, die uns Deutsche vor der Europawahl besonders umtreiben. Das hat der European Council on Foreign Relations ermittelt. Welche Antworten liefern die deutschen Parteien in ihren Wahlprogrammen?

CDU/CSU setzt auf Sicherheit

Zum ersten Mal arbeiten die Schwesterparteien für die Europawahl zusammen. Die schicken ihren Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU) ins Wahlkampfrennen. Neben der Sicherheit setzen CDU/CSU auch auf Frieden und Wohlstand. Sie wollen vor allem verhindern, dass Populisten von links und rechts sowie Nationalisten die EU spalten. Der CDU/CSU ist auch wichtig, dass Europa den USA, China und Russland gegenüber friedlich und selbstbewusst auftritt.

SPD will ein starkes Europa

Die Sozialdemokraten setzen vor allem auf ein soziales Europa. In den Mitgliedsstaaten soll ein Mindestlohn von 60 Prozent des durchschnittlichen Lohns eingeführt werden - in Deutschland auch ein Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde. Weitere Schwerpunkte: Umwelt und Frieden. Europa müsse sich zum Beispiel weiter für die Abrüstung einsetzen.

Grüne wollen engere Zusammenarbeit

Für die Grünen ist es wichtig, dass die EU-Staaten untereinander beim Thema Sicherheit enger zusammenarbeiten. Und das Thema Umwelt ist den Grünen wichtig. Sie fordern unter anderem Steuern auf CO2-Ausstoß oder auf Einweg-Plastik. Außerdem fordern sie Mindeststandards in den Bereichen Grundsicherung und Versorgung in den Gesundheitssystemen.

FDP will Europas Chancen nutzen

"Die Einheit Europas ist das Beste, was uns allen passieren konnte", schreibt die FDP in ihrem Programm. In einigen Punkten wollen die Freien Demokraten die Zusammenarbeit der EU-Staaten verbessen, in anderen Fällen fordern sie Reformen. Unter anderem soll die EU-Kommission nach dem Willen der FDP kleiner werden und Schüler sollen mindestens sechs Monate in einem anderen EU-Land verbringen.

Linke fordert radikalen Umbau der EU

Alle Verträge sollen nach dem Willen der Linke neu verhandelt werden. Sie fordert höhere Steuern für Unternehmen, ein Verbot von Waffenexporten und europäische Volksentscheide. Wie die SPD fordert auch die Linke Mindestlöhne von 60 Prozent des Durchschnittsgehalts, Busse und Bahnen ohne Tickets in Städten und Kostenpauschalen für aufgenommene Flüchtlinge in Kommunen.

AfD hält deutschen EU-Austritt für möglich

Die AfD schreibt in ihrem Wahlprogramm: "Sollten sich unsere grundlegenden Reformansätze im bestehenden System der EU nicht in angemessener Zeit verwirklichen lassen, halten wir einen Austritt Deutschlands oder eine geordnete Auflösung der Europäischen Union und die Gründung einer neuen europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft für notwendig." Außerdem solle die Einwanderung nach Europa berenzt und gesteuert werden, um die Identität der europäischen Kulturnationen zu wahren.

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