Jacques Chirac (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Patrick Kovarik / Pool/AFP POOL FILE/dpa)

Er wurde 86 Jahre alt Ehemaliger französischer Präsident Chirac gestorben

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Der frühere Präsident Frankreichs sei am Donnerstag in Paris gestorben, teilte die Familie des Politikers mit.

Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux sagte der Nachrichtenagentur AP, Chirac sei am Donnerstag "friedlich, im Kreise seiner Liebsten" gestorben. Eine Todesursache nannte er nicht. Seit dem Ende seiner Präsidentschaft litt er aber wiederholt unter Gesundheitsproblemen.

Chirac bekleidete viele politische Ämter

Der in Paris geborene Spitzenpolitiker war im Laufe seines Lebens Bürgermeister von Paris und später mehrfach Minister, zwei mal Premierminister und schließlich zwölf Jahre lang Präsident Frankreichs - von 1995 bis 2007.

Gemeinsam mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) galt er zu Anfang des Jahrhunderts als Gegenspieler des damaligen US-Präsidenten George W. Bush auf dem Weg in den Irak-Krieg.

Ein Nachruf auf Jacques Chirac von ARD-Frankreichkorrespondent Marcel Wagner.

Herausragender Partner und Freund

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den verstorbenen Ex-Präsidenten als "herausragenden Partner und Freund" gewürdigt. "Ich trauere mit seiner Familie und mit dem französischen Volk um einen großen Staatsmann und Europäer", erklärte Merkel. Sie sei auch persönlich "sehr traurig über die Nachricht vom Tod Jacques Chiracs".

Juncker würdigt Chiracs Verdienste

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Verdienste des verstorbenen französischen Ex-Staatschef Jacques Chirac gewürdigt. Der ehemalige Luxemburger Regierungschef sei "bewegt und am Boden zerstört" durch die Nachricht, sagte eine Sprecherin in Brüssel.

Europa verliere damit "nicht nur einen großen Staatsmann", sondern Juncker persönlich auch "einen guten Freund". Der Kommissionschef habe gesagt, Chiracs Lebenswerk und "sein Vermächtnis für Frankreich und die Europäische Union" würden "auf ewig bei uns bleiben".

Schröder: "Werde Chirac vermissen"

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Jacques Chirac als großen Europäer gewürdigt. "Ihm war klar, dass Europa nur gut funktionieren kann, wenn Deutschland und Frankreich sich einig sind", sagte Schröder in Berlin.

"Die symbolisch wichtigste Geste zeigte er am 60. Jahrestag des D-Day im Jahr 2004, als er mich als Vertreter Deutschlands zur Gedenkveranstaltung in der Normandie einlud", sagte Schröder. "Er war ein erfahrener Politiker, ein geschichtsbewusster Europäer, ein charmanter Mensch. Ich werde einen Mann vermissen, der mir zum Freund geworden ist."

Maas: "Verlieren einen großen Staatsmann"

"Wir verlieren einen großen Staatsmann und Europäer, schrieb Außenminister Heiko Maas auf Twitter. "Sein Nein zum Irakkrieg und seine konsequente Aufarbeitung der Naziverbrechen auch durch französische Kollaborateure und die Vichy-Regierung ehren sein Andenken", schrieb Maas weiter. "Mit unseren französischen FreundInnen trauern wir um Jacques Chirac."

Mit unseren französischen FreundInnen trauern wir um Jacques Chirac. Wir verlieren einen großen Staatsmann und Europäer. Sein Nein zum Irakkrieg und seine konsequente Aufarbeitung der Naziverbrechen auch durch frz. Kollaborateure und die Vichy-Regierung ehren sein Andenken.

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