Auf einem Stehtisch steht ein Computer mit dem Programm des "Wahl-o-Mat" bei einer Landtagswahl. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Carmen Jaspersen/dpa)

Entscheidungshilfe für Europawahl Experte: Wahl-O-Mat als Motivation, wählen zu gehen

Der "Wahl-O-Mat" der Bundeszentrale für Politische Bildung für die Europawahl soll bei der Wahlentscheidung helfen. Er hat nach Ansicht eines Experten aber eine andere Wirkung.

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim betonte im SWR, dass der "Wahl-O-Mat" für die wenigsten Bürger eine echte Entscheidungshilfe sei: "Die wenigsten Menschen gehen hin, machen den Test und sagen dann: Diese Partei liegt auf Platz 1 – die wähle ich jetzt!"

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"Nur Aussagen der Parteien, kein Handeln"

Das Programm erfüllt laut Brettschneider vielmehr andere Zwecke: "Eine Bestätigung der eigenen Position, eine Selbstvergewisserung und bei einem kleinen Anteil, der nicht politisch besonders interessiert ist – vor allem die Jüngeren – kann es auch eine erste Orientierung sein. Hoffentlich dann in die Richtung, sich ein bisschen vertiefter mit Politik zu beschäftigen."

"Es gibt tatsächlich 10 bis 20 Prozent der Nutzer, die sagen: Der Wahl-O-Mat hat mich motiviert, zur Wahl zu gehen", sagt der Kommunikationswissenschaftler. "Das ist wertvoll in einer Zeit, in der sich viele Menschen nicht besonders für Politik interessieren". Es gebe aber auch Schwächen, räumt Brettschneider ein: "Der Wahl-O-Mat basiert nur auf Aussagen von Parteien, nicht auf ihrem Handeln."

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