Ein US-Dollar Geldschein liegt in einem Wasserglas das auf einer USA-Fahne steht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa)

Ökonom befürchtet längere Phase ohne Wirtschaftswachstum Fed-Leitzinssenkung: Zweifel an Konjunkturbelebung

Die US-Notenbank hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte herabgesetzt. Weltweit stehen wir nach Ansicht von Ökonomen vor weiteren Zinssenkungen. Das sei ein schlechtes Zeichen.

"Tiefe Zinsen zeigen, dass im Finanzsystem etwas faul ist", sagte Daniel Stelter, Ökonom und Betreiber des Forums "Think Beyond The Obvious", im SWR und verweist auf die hohe Verschuldung der meisten Staaten. "Und tiefe Zinsen zeigen auch, dass wir auf absehbare Zeit mit keinem Wirtschaftswachstum zu rechnen haben."

Ökonom: "Schulden mit Schulden bekämpfen - das funktioniert nicht"

Die US-Notenbank FED erhoffe sich von der Zinssenkung eine Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft. Der Ökonom bezweifelt jedoch, dass billigeres Geld in den USA zu einem konjunkturellen Aufschwung führen werde.

Dauer

Das Vorgehen der FED spiegele ein globales Phänomen wider. Die Weltwirtschaft stehe am Ende einer Entwicklung, die seit Jahrzehnten andauere: "Man hat versucht, Probleme von zu viel Schulden mit noch mehr Schulden zu bekämpfen. Das funktioniert nicht auf Dauer."

Höhere Investitionen von Deutschland gefordert

Die Bundesrepublik als Exportnation stehe vor großen Herausforderungen: "Wenn wir weniger Wachstum in der Welt haben, und alles spricht dafür, wird das Deutschland besonders treffen." Daniel Stelter empfiehlt deshalb, dass die Bundesregierung ihre Investitionen erhöhen sollte.

"Deutschland müsste dringend mehr investieren", fordert der Ökonom. Alles andere würde dazu führen, dass die Bundesrepublik weiterhin große Handelsüberschüsse habe - mit negativen Konsequenzen: "Das bedeutet, dass wir Kredit an die Welt geben und es gibt nichts Dümmeres, als ein Gläubiger in einer Welt mit zu viel Schulden zu sein."

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