Das Rettungsschiff Ocean Viking (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Anthony Jean/SOS Mediterranee/dpa)

Ende des "quälenden Prozedere"? Bundesregierung will Italien jeden vierten Bootsflüchtling abnehmen

Um Italiens neue Regierung zu entlasten, ist die Bundesregierung bereit, jeden vierten Flüchtling aufzunehmen, der in Italien ankommt. "Das wird unsere Migrationspolitik nicht überfordern", sagte Innenminister Seehofer der "Süddeutschen Zeitung".

Im Interview mit der "SZ" sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU): "Unsere Migrationspolitik ist auch human. Wir werden niemanden ertrinken lassen." Wenn alles bleibe wie besprochen, "können wir 25 Prozent der aus Seenot geretteten Menschen übernehmen, die vor Italien auftauchen. Das wird unsere Migrationspolitik nicht überfordern". Die Bundesregierung habe auch bisher schon rund ein Viertel der Geretteten aus Italien übernommen: "An diesem Schlüssel ändert sich nichts."

Dauer

Seehofer will "quälendes Prozedere" beenden

Es sei aber höchste Zeit, sich von dem "quälenden Prozedere" zu verabschieden, bei dem in den vergangenen Jahren bei jedem einlaufenden Rettungsschiff Flüchtlinge einzeln über Europa verteilt werden mussten. In den vergangenen zwölf Monaten kamen laut Bundesinnenministerium 561 Bootsflüchtlinge über Italien nach Deutschland.

Menschen von der "Ocean Viking" dürfen an Land

Die mehr als 80 Migranten vom Rettungsschiff "Ocean Viking" dürfen indes in Italien an Land gehen. Das hat die Regierung entschieden, meldet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die Besatzung des Schiffs hat auf Twitter veröffentlicht, dass sie die Menschen auf der Insel Lampedusa an Land bringen dürften. Die Menschen sind teils vor fast einer Woche im Mittelmeer aus Seenot gerettet worden.

🔴BREAKING: Die #OceanViking hat gerade von der koordinierenden Seenotleitstelle in Rom die Anweisung erhalten, nach Lampedusa, Italien, zu fahren. Dies wurde als sicherer Ort für die 82 Überlebenden letzten beiden Rettungseinsätze bestimmt. https://t.co/ZPa4dCCnC4

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