Theresa May (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Stefan Rousseau/PA Wire/dpa)

Einigung beim EU-Gipfel Brexit-Aufschub: EU gewährt May Schonfrist bis Oktober

Die EU und Großbritannien haben sich auf einen neuen Termin für den Brexit geeinigt. Bis zum 31. Oktober sollen die Briten Zeit haben, um die bestmögliche Lösung für ihren Austritt aus der EU zu finden.

Am Ende des EU-Sondergipfels in Brüssel stand ein typischer europäischer Kompromiss: Neues Datum für den Brexit ist jetzt der 31. Oktober. Einen Tag später trifft sich die neue EU-Kommission zum ersten Mal.

Aber sollte es im Londoner Parlament aber vorher eine Mehrheit für den Ausstiegsvertrag geben, könnte Großbritannien die EU auch früher verlassen.

Der chaotische Brexit ist wohl erst einmal vom Tisch

Damit bekomme London sechs weitere Monate Zeit, um die bestmögliche Lösung zu finden, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk. Er rief die britische Seite auf, diese Zeit nicht zu verschwenden.

Im Juni will die Europäische Union überprüfen, ob die britische Regierung auf dem Weg zu einem geregelten Ausstieg Fortschritte gemacht hat. Großbritannien muss aller Voraussicht nach auch an der Europawahl teilnehmen.

Der drohende chaotische Brexit, der ungeregelte Austritt in der Nacht zum Samstag ist damit vom Tisch.

Merkel ist zufrieden mit der Einigung

Neben Deutschland wäre eine Reihe von EU-Staaten auch mit einem längeren Aufschub einverstanden gewesen. Vor allem der französische Staatschef Emmanuel Macron hatte sich für eine möglichst kurze Verlängerung stark gemacht und Garantien verlangt, dass Großbritannien in der Zeit bis zum Brexit keine europäischen Zukunftsentscheidungen oder Reformprojekte blockiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich mit der Einigung zufrieden. Die Europäer hätten gezeigt, dass sie auch in einer schwierigen Lage Lösungen finden könnten.

Die Diskussion um den Brexit-Aufschub beschäftigte bis zuletzt. Im Audiobeitrag erklärt Brüssel-Korrespondent Stephan Ueberbach, weshalb er FÜR einen nochmaligen Aufschub des Brexits war:

Holger Beckmann, ebenfalls Korrespondent in Brüssel, argumentiert, warum er GEGEN den späteren Austrittstermin für Großbritannien gestimmt hätte.

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