Manfred Weber vor Europa-Wahlplakat (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)

Interview der Woche EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber: "Ein demokratisches Europa, das muss das Ziel sein"

Manfred Weber bekennt sich im SWR Interview der Woche zu einer demokratischen EU und zum Klimaschutz. Damit will er die EVP erneut zur stärksten Fraktion im Europaparlament machen.

Seit der letzten Europawahl gibt es auch auf Europa-Ebene Spitzenkandidaten. Die Parteien sagen den Menschen also vor der Wahl, wen sie zum Kommissionspräsidenten machen wollen. Allerdings hat dieses Modell auch Gegner. Laut Weber gehört das Prinzip aber zu einem demokratischen Europa: "Alle anderen müssen begründen, warum sie weniger Transparenz wollen", sagte er im SWR.

Das Interview der Woche mit EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber zum Nachhören. Das Interview führte SWR-Hauptstadtkorrespendent Dirk Rodenkrich.

"Klimawandel ist eine historische Herausforderung."

Manfred Weber

In Sachen Klimaschutz will Weber als Kommissionspräsident "klare gesetzliche Vorgaben machen." Eine CO2-Steuer lehnt er allerdings ab, da sie nach seiner Auffassung die Schwächsten der Gesellschaft treffen würde. Stattdessen will er auf das Prinzip der Emissionszertifikate setzen. Derzeit betrifft es nur die Großindustrie. Weber schlägt vor, dieses Prinzip auch auf den Flugverkehr auszuweiten. Dass Kerosin nicht besteuert werde sei "eine der großen Ungerechtigkeiten", so Weber.

Mehr Kompetenzen für das Parlament

Einmal im Monat tagt das EU-Parlament in Straßburg statt in Brüssel. Dieser zwölf Mal im Jahr stattfindenden Umzug kostet Schätzungen zufolge gut 100 Millionen Euro. Laut Weber ist das sogar für viele Parlamentarier ein Ärgernis. Allerdings hat das EU-Parlament gar nicht die Befugnis über seinen Tagungsort zu entscheiden. "Das Europäische Parlament muss das Recht bekommen, eigenständig über die Arbeitsweise zu entscheiden", fordert Weber daher.

Die EVP ist aktuell die stärkste Fraktion im EU-Parlament und laut Weber soll das auch nach der Europawahl noch so sein. Er wirbt aber auch für ein Miteinander. Die verschiedenen Parteien müssten einen Konsens suchen, um die nächsten Jahre mit Optimismus gestalten zu können, mahnt er im SWR. Gerade wegen der großen Herausforderungen, die auf Europa zukämen, "muss Europa jetzt geeinter werden. Und das ist meine Ambition", erklärte Weber.

REDAKTION
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