London Tower Bridge (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Kirsty O'connor/PA Wire/dpa)

Informationsmaterial der EU zu Reisen nach Großbritannien Visa, Krankenversicherung und Roaminggebühren bei chaotischem Brexit

Weil ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU zunehmend wahrscheinlicher wird, gibt es jetzt Informationsmaterial für Reisende. Darin geht es auch um Extra-Kosten.

Sollte es in der britischen Regierung keine Einigung über den Brexit geben, droht ein chaotischer Ausstieg des Landes aus der Europäischen Union. Für Reisende aus der EU würde das einige Änderungen mit sich bringen.

Infos zu Krankenversicherung und Visa

Weil die EU zunehmend mit einem solchen ungeregelten Brexit rechnet, bereitet sie nicht nur sich selbst politisch und wirtschaftlich vor. Bürgerinnen und Bürgern steht jetzt neues Infomaterial zur Verfügung, in dem das Wichtigste für Reisen nach Großbritannien nach einem sogenannten No-Deal-Brexit drin steht.

Darin wird zum Beispiel darauf hingewiesen, dass die Europäische Krankenversicherungskarte nicht mehr gelten würde. Und dort wird auch daran erinnert, dass wieder Zusatzkosten für Roaming und Anrufe mit dem Handy anfallen würden.

Außerdem geht's um Visa. Nach derzeitigem Stand sollen Menschen aus der EU ein Visum brauchen, wenn sie sich länger als drei Monate im Vereinigten Königreich aufhalten wollen. Und wer von dort zurückkehrt, sollte mit Zollkontrollen rechnen.

Mehr Zollkontrollen - mehr Kontrolleure an den Grenzen

Um einen dadurch gestiegenen Kontrollaufwand stemmen zu können, sollen nach dem jetzigen Stand 20 neue Grenzkontrollpunkte eingerichtet werden. 700 Neueinstellungen sind allein Frankreich für den Zoll und andere Kontrollen geplant, heißt es aus Brüssel.

In den Niederlanden seien es mehr als 900 und in Belgien 300 bis 400. Auch in Irland und Dänemark soll es neue Kontrollpunkte geben.

Wer speziellere Fragen zu Konsequenzen eines "No Deal"-Brexits hat, kann eine neu eingerichtete und kostenlose Hotline anrufen.

Verfahrene Situation im britischen Parlament

Grund für diese intensive Vorbereitung seitens der EU ist das Chaos im britischen Parlament. Hier hatte das Unterhaus das von Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Abkommen zweimal abgelehnt. Alternativen gibt es nicht.

Die EU hat Großbritannien darum eine Verschiebung des Brexits bis zum 22. Mai angeboten, wenn das Unterhaus dem Austrittsvertrag doch noch zustimmen sollte. Andernfalls gilt die Verlängerung nur bis zum 12. April.

REDAKTION
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