Der Supertanker "Grace 1" liegt in den Gewässern von Gibraltar (Archiv) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Durfte nicht in griechischen Häfen anlegen Wochenlang festgehalten: Iranischer Tanker nimmt Kurs auf Türkei

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Sechs Wochen lang wurde der iranische Tanker von Großbritannien festgehalten. Daten eines Schifffahrt-Portals zeigen: Er fährt jetzt in Richtung Türkei.

Offenbar hat der Kapitän des iranischen Schiffs Adrian Darya 1, das vorher Grace 1 hieß, seinen Kurs in der Nacht geändert. Nach den neuen Daten des Internetportals Marine Traffic soll es in einer Woche in Mersin an der türkischen Mittelmeerküste ankommen. Der Hafen ist nur gut 200 Kilometer von Banjas in Syrien entfernt.

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Griechenland von USA unter Druck gesetzt

Großbritannien hatte dem Iran ursprünglich vorgeworfen, das Öl an Bord des Tankers dorthin liefern zu wollen, was gegen EU-Sanktionen verstoßen würde. Er wurde daraufhin mehr als sechs Wochen in Gibraltar festgehalten. Erst als Teheran schriftlich versicherte, dass das Öl nicht für Syrien bestimmt ist, durfte das Schiff weiterfahren.

Es hatte dann Kurs auf Kalamata in Griechenland genommen. Die Regierung in Athen hatte diese Woche klar gemacht, dass sie nicht wolle, dass der iranische Supertanker in einem ihrer Häfen anlege. Sie seien zu klein. Der griechische Vize-Außenminister gab zu, dass die USA sie unter Druck gesetzt hätten. Die hatten allen Ländern gedroht, das Schiff nicht zu unterstützen. Sie würden sie sonst mit Sanktionen belegen.

Iran und EU versuchen Atomabkommen zu retten

Unterdessen versuchen der Iran und die EU das Atomabkommen auch ohne die USA noch zu retten. Außenminister Muhammad Dschawad Zarif hatte sich deshalb vor dem G7 Gipfel in Biarritz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron getroffen. Er sprach von Vorschlägen Macrons in die richtige Richtung.

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