Razzia (Foto: dpa Bildfunk, Paul Zinken)

Durchsuchungen in vier Bundesländern Festnahmen bei Razzien wegen rechtsextremer Droh-Mails

In mehreren Bundesländern hat es Razzien wegen rechtsextremer Drohschreiben gegeben. Islamische Einrichtungen, Partei- und Medienzentralen waren bedroht worden. Sechs Beschuldigte wurden festgenommen.

Insgesamt 120 Polizisten waren in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt im Einsatz. Sie durchsuchten sieben Objekte, der Schwerpunkt der Ermittlungen lag in Bayern. In Baden-Württemberg wurde ein Objekt in der Region Stuttgart und ein Objekt im Landkreis Sigmaringen durchsucht. Dabei soll es mindestens eine Festnahme gegeben haben. 

Insgesamt seien sechs Personen vorläufig festgenommen worden, teilte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit. Ein weiterer Beschuldigter wurde nicht angetroffen. Mittlerweile seien die Beschuldigten wieder frei. Die Polizei habe laut Herrmann auch verschiedene Datenträger beschlagnahmt, die nun sorgfältig ausgewertet werden.

Dauer

Rechtsextreme Absender unter den Schreiben

Verschiedene Einrichtungen wie Moscheen, Anker-Zentren für Asylbewerber, islamische Zentren oder Parteizentralen hatten im Juli Drohungen per Mail bekommen. Unter anderem sei in den 23 E-Mails mit Sprengstoffanschlägen auf diese Einrichtungen gedroht worden.

Die Schreiben seien mit "Volksfront", "Combat 18" oder "Blood and Honour (trotz Verbot sind wir nicht tot)" unterschrieben worden. Das Neonazi-Netzwerk "Blood and Honour" ist in Deutschland verboten.

Gefährdung für den "gesellschaftlichen Frieden"

Bayerns Innenminister Herrmann erklärte, derartige Drohschreiben wollten Menschen in Angst und Schrecken versetzen und "den gesellschaftlichen Frieden stören". Dagegen gehe man mit aller Macht des Rechtsstaates vor.

REDAKTION
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