klatschendes Publikum beim SWR Doku Festival in Stuttgart (Foto: SWR)

Doku Festival in Stuttgart Dokumentarfilmpreis des SWR geht an Berliner Thomas Heise

Beim SWR Doku Festival in Stuttgart ist der Deutsche Dokumentarpreis verliehen worden. Den Hauptpreis erhielt der Regisseur Thomas Heise für seinen Film "Heimat ist ein Raum aus Zeit".

Der Südwestrundfunk und die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg haben den mit 20.000 Euro verbundenen Preis am Freitagabend verliehen. Der Film von Thomas Heise folgt den biografischen Spuren einer zerrissenen Familie über das ausgehende 19. und das folgende 20. Jahrhundert hinweg. Es geht um Menschen, die einst zufällig zueinander fanden, dann einander verloren.

Dokumentarfilmer Thomas Heise (Foto: SWR, Inge Zimmermann)
Berliner Dokumentarfilmer Thomas Heise (69) Inge Zimmermann

In der Jurybegründung heißt es: Der Film "orientiert sich nicht an den Erwartungen und Bedürfnissen tagesmüder, phlegmatischer Zuschauer, die in möglichst großer Zahl zu erreichen, ‚abzuholen‘ seien, sondern wendet den Blick nach innen, auf sein Thema, dem er sich ohne Vorbehalte nähert. Dass man ihm gebannt folgt, darin liegt seine Magie."

Boudgoust würdigt Nachwuchs-Dokumentarfilmer

SWR-Intendant Peter Boudgoust nannte das SWR Doku Festival den Höhepunkt des Jahres für den deutschsprachigen Dokumentarfilm. Besonders freue er sich, dass mehr als die Hälfte der nominierten Filme für den Dokumentarfilmpreis von Nachwuchsregisseurinnen und -regisseuren stammten. "In einer Zeit, in der unzählige Informationen jederzeit und überall verfügbar sind und die Menschen viele Themen nur noch streifen können, nähert sich der Dokumentarfilm den großen Themen unserer Gesellschaft mit Tiefe", sagte Boudgoust bei der Preisverleihung in Stuttgart.  

Vier weitere Auszeichnungen

Neben dem Hauptpreis, gab es noch vier weitere Auszeichnungen: Der Preis der Lesejury der Stuttgarter Zeitung wurde an Beryl Magoko für "In Search …" verliehen. Der Förderpreis vom Haus des Dokumentarfilms ging an "Dark Eden" von Jasmine Herold und Michael David Beamish.

Anja Kofmel bekam für "Chris the Swiss" den Preis der Norbert Daldrop Förderung für Kunst und Kultur. Mit dem Musikpreis der Opus GmbH für einen dokumentarischen Film aus dem Bereich Musik wurde Sophie Huber für ihren Film "Blue Note Records: Beyond the Notes" ausgezeichnet.

Alle Gewinnerfilme werden am Samstag, 29. Juni, ab 14 Uhr im Kino Metropol in Stuttgart gezeigt, jeweils präsentiert von Festivalmoderator Max Moor.

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