Der Auspuff eines Autos (Foto: picture-alliance / dpa)

Dieselskandal Neuer Zeuge widerspricht VW-Darstellung

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Ein neuer Zeuge hat gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig der offiziellen VW-Darstellung im Dieselskandal widersprochen. Nach Informationen von NDR, WDR und SZ hat er ausgesagt, der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn sei schon Monate vor dem Bekanntwerden des Skandals detailliert informiert gewesen. VW streitet das ab.

Die Aussagen des ehemaligen Leiters der Motorenentwicklung könnten Martin Winterkorn schwer belasten. Er berichtete den Ermittlern von einem Treffen im Mai 2015. Dabei habe er den Ex-Konzernchef über die Umschaltlogik in der Abgassoftware der Dieselfahrzeuge informiert.

Also darüber, dass die Abgasreinigung bei Messungen durch Behörden auf dem Prüfstand anders funktioniert als im Straßenbetrieb, was zu erhöhten Stickoxid-Werte führt. Das geht aus den Aussagen des Zeugen bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig hervor, die NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung einsehen konnten.

Volkswagen bestreitet die Darstellung. Die Aussage sei weder von den Aussagen anderer angeblicher Teilnehmer noch durch andere Indizien belegt. Man gehe deshalb davon aus, dass das Treffen so nicht stattgefunden habe.

Winterkorn will sich dazu nicht äußern

Winterkorn und sein Anwalt wollten sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Brisant könnten die Ausführungen des Managers auch vor dem Hintergrund eines Verfahrens um Schadenersatz werden.

Aktionäre fordern mehrere Milliarden Euro, weil VW sie zu spät über die Abgasmanipulationen in den USA und die dort drohenden Folgen informiert habe. Volkswagen weist den Vorwurf zurück.

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