Geschichtsunterricht (Foto: picture-alliance / Reportdienste)

"Die Zahlen sind verheerend" Geschichtslehrer klagt: Schüler lernen zu wenig über NS-Zeit

Schüler in Deutschland lernen im Unterricht zu wenig über die Judenverfolgung während der NS-Zeit, sagt Ulrich Bongertmann, der langjährige Vorsitzende des Verbands deutscher Geschichtslehrer. Die Zahlen seien erschreckend, so Bongertmann im SWR.

Ein Gymnasiast habe bis zur 10. Klasse im Geschichtsunterricht dazu im Schnitt schätzungsweise zwei Unterrichtsstunden zu diesem Thema, sagte Bongertmann.

In anderen Schultypen sei es noch weniger. Das widerspreche dem, was beispielsweise der AfD-Politiker Björn Höcke über den Unterricht über die NS-Zeit sage. Dieser vertrete die Ansicht, Schüler in Deutschland würden mit dem Thema überfüttert.

Verschiedene Fächer nicht aufeinander abgestimmt

Der Geschichtslehrer kritisiert zudem, dass der Geschichtsunterricht nicht mit anderen Fächern koordiniert sei.

Im Deutschunterricht würden in der achten Klasse die Tagebücher der Anne Frank gelesen, im Geschichtsunterricht sei der Nationalsozialismus aber erst in der neunten Klasse Thema.

Hier können Sie das ganze Interview mit Ulrich Bongertmann nachhören:

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