Britische Flagge vor dem EU-Parlament in Brüssel (Foto: dpa Bildfunk, dpa)

Die EU wählt vier Tage lang Europawahlen: Ausgerechnet die Briten machen den Auftakt

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In den Niederlanden und im Vereinten Königreich wird traditionell am Donnerstag gewählt - so auch bei der Europawahl, an der die Briten ja eigentlich nicht mehr teilnehmen wollten.

Die Briten wollen zwar raus aus der EU, wählen aber trotzdem heute 73 Europa-Abgeordnete für das EU-Parlament. Die müssen ihr Abgeordneten-Mandat aber laut EU-Recht sofort wieder aufgeben, sobald das Vereinigte Königreich tatsächlich aus der EU austritt.

Auch die Niederlande wählen donnerstags

Die Briten wählen also Europa-Parlamentarier auf Abruf. Das verstärkt den Druck auf das Parlament und die Regierung in London in Sachen Brexit zu einer Entscheidung zu kommen. Auch die Niederländer wählen heute ihre EU-Abgeordneten, denn der Donnerstag ist auch dort traditionell Wahltag.

Die Wahllokale schließen in den Niederlanden um 21 Uhr, auf der Insel zwei Stunden später. Offizielle Ergebnisse soll es erst am Sonntag geben, wenn alle EU-Staaten gewählt haben.

427 Millionen EU-Bürger sind wahlberechtigt. Gewählt werden können nur die Abgeordneten des eigenen Landes. Die Bundesrepublik als bevölkerungsreichstes Land der EU stellt mit 96 Parlamentariern die stärkste Abgeordnetenzahl im Parlament. Insgesamt stehen 751 EU-Abgeordnete zur Wahl.

Europa-Parlament bestimmt den Alltag mit

Das EU-Parlament bestimmt mit seinen Entscheidungen unseren Alltag: Ganz gleich, ob es um Upload-Filter im Internet geht, um die Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat, das Verbot von Einwegplastik oder um die Begrenzung der Telefongebühren bei Gesprächen ins europäische Ausland.

Auch die Frage, wie viel Überstunden wir maximal leisten müssen, entscheidet das EU-Parlament mit. Ohne dieses Parlament gibt es keine Verordnungen und Richtlinien und ohne seine Zustimmung auch keinen neuen EU-Kommissionspräsidenten.

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