Wölfe heulen in einem Gehege im Wildpark Neuhaus (Foto: dpa Bildfunk)

Deutlich mehr Attacken auf Schafe Mehr Wolfsangriffe - Klöckner will Jagd ermöglichen

Die Zahl der Angriffe von Wölfen auf Nutztiere steigt. Das meldet die Dokumentationsstelle des Bundes. Die Politik streitet, ob sie den Abschuss erlauben soll.

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt ständig – inzwischen nennt die offizielle Statistik des Bundes 73 Wolfsrudel, 30 Wolfs-Paare und drei Einzeltiere. Die meisten leben in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Zwei Drittel mehr Attacken

Auch die Schadensbilanz steigt: Laut den endgültige Zahlen der Dokumentationsstelle für 2017 aus den betroffenen Bundesländern haben die Attacken auf Weidetiere stark zugenommen - um mehr als zwei Drittel.

Die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Tiere, vor allem Schafe, sei um mehr als die Hälfte gestiegen. Danach hätten Wölfe 472 mal Nutztiere angegriffen und dabei mehr als 1.600 Tiere getötet oder verletzt - oder sie in die Flucht getrieben.

Tote Schafe in der Oberlausitz, die von Wölfen getötet wurden.  (Foto: dpa Bildfunk)
Tote Schafe in der Oberlausitz, die von Wölfen getötet wurden.

Streit in der Koalition

Die Politik ist sich bei den Konsequenzen aus dieser Entwicklung nicht einig. CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner beharrt weiter auf einer – wie sie es nennt "mäßigen Regulierung" des Wolfsbestandes. In der "Osnabrücker Zeitung" spricht sie vom Abschuss einzelner Tiere. Das SPD-geführte Umweltministerium solle sich da endlich bewegen, so Klöckner.

Doch die SPD verweist auf den strengen Schutzstatus der Wölfe, die in Deutschland lange ausgerottet waren. In der Koalition könne man gerne über noch mehr Hilfe für Weidetierhalter reden. Auch die Fachleute der Bundesdokumentationsstelle empfehlen, Tierzucht wieder an die Anwesenheit von Wölfen anzupassen statt sie zu jagen - sprich mehr in Vorbeugung zu investieren wie etwa in Schutzzäune und wolfstrainierte Hütehunde.

Wölfe schießen oder schützen? Diese Frage hat auch die Reportage von "SWR Mensch Leute" untersucht (Video):

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