Ausschreitungen bei Protesten in Hongkong (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Vincent Yu/AP/dpa)

Proteste gegen Auslieferungsgesetz Entscheidende Tage in und für Hongkong

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In Hongkong protestieren tausende Menschen gegen ein umstrittenes Auslieferungsgestz, das die Pekingtreue Mehrheit in dritter Lesung absegnen lassen wollte. Heute ging die Polizei gegen die Demonstranten mit Tränengas vor.

„Wie wichtig ist Hongkong für Peking als freie Stadt?“ Dass sich diese Frage bereits in den nächsten Tagen und Wochen entscheidet, davon geht der Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Hongkong, Armin Reinartz, aus.

Im SWR schliderte Reinartz die derzeitige Lage in der Stadt als äußerst dramatisch. "Diese Szenen sind wir nicht gewohnt und das ist auch schade, weil es überschattet auch das Engagement der vielen Leute, die am Sonntag auf der Straße waren."

Durch diese Blockade konnten die geplanten Beratungen über das umstrittene Auslieferungsgesetz nicht stattfinden. Der Slogan "Ein Land, zwei Systeme" sei nach der Übergabe der ehemaligen britischen Kronkolonie an China 1997 noch eingehalten worden, sagte Reinartz: "Wir sind auch als Stiftung in Hongkong, weil das ein freier Ort ist, weil das eine weltoffene Metropole ist. Aber das scheint nach und nach zu erodieren."

Demonstranten vor dem Parlament in Hongkong (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Kin Cheung/AP/dpa)
Demonstranten heben ihre Hände, nachdem die Polizei Tränengas eingestezt hat. Bei neuen Protesten in Hongkong gegen das kontroverse Gesetz für Auslieferungen nach China ist es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Kin Cheung/AP/dpa

Mittlerweile gelte der Grundsatz, dass das, was in Hongkong geschehe, in Peking entschieden werde: "Daran kann man erkennen, dass der Wind sich da ein bisschen gedreht hat." Reinartz befürchtet deshalb, dass die weitgehende Autonomie, die für Hongkong gilt, gefährdet sein könnte.

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