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Dank des Klimapakets Bahn-Chef freut sich über "größtes Wachstumsprogramm in der Bahngeschichte"

Während es von Experten und aus Reihen der Opposition Kritik hagelt am Klimapaket der Regierung, freut sich die Deutsche Bahn. Für Vorstandschef Lutz sind die geplanten Maßnahmen "großartige Neuigkeiten".

Bis zum Jahr 2030 werde die Bahn 20 Milliarden Euro zusätzlich bekommen, so Bahn-Chef Richard Lutz. Weil die Mehrwertsteuer auf Bahntickets gesenkt werden soll, rechnet die Bahn mit zusätzlichen fünf Millionen Fahrgästen.

"Unsere Strategie 'Starke Schiene' wird das größte Investitions- und Wachstumsprogramm in der mehr als 180-jährigen Bahngeschichte unseres Landes sein.

Bahn-Chef Richard Lutz

Die Steuersenkung, das hatte die Bahn schon vor dem Beschluss des Klimapakets angekündigt, wird an die Kunden weitergegeben. Damit sollen Fahrkarten für ICE und Intercity etwa zehn Prozent weniger kosten.

Keine Preiserhöhungen im Dezember

Auch Bahncards 100 sollen von der Senkung der Mehrwertsteuer profitieren. Zudem kündigte Lutz an, dass es zum Fahrplanwechsel im Dezember keine Preiserhöhungen im Fernverkehr gäbe.

"Wir spielen nun voll auf Angriff und Ausbau."

Bahn-Chef Richard Lutz

Um höhere Fahrgastzahlen bewältigen zu können, will die Bahn etwa eine Milliarde Euro für 30 neue Hochgechwindigkeitszüge ausgeben. Die Aufträge sollen kurzfristig vergeben werden, damit die Züge ab 2023 eingesetzt werden können.

picture allianceMichael Kappelerdpa (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Bahn-Chef Richard Lutz hat gut lachen: Das Klimapaket der Bundesregierung verschafft der Bahn unverhoffte Zusatzeinnahmen.

Investitionen in Digitalisierung und neue Schienen

Weitere Gelder sollen in die Digitalisierung des Schienennetzes fließen. Außerdem sollen Engpässe an Knotenpunkten aufgelöst und neue Schienen verlegt werden. Das kündigte der Infrastrukturvorstand der Bahn, Roland Pofalla an.

"Der Deutschlandtakt kommt nun in greifbare Nähe."

DB-Infrastrukturvorstand Roland Pofalla

Neben der Mehrwertsteuersenkung für Fahrkarten sieht das Klimapaket vor, weniger Bürokratie für Bauprojekte und vor allem mehr Geld zum Ausbau der Schiene vor: Eine Milliarde Euro zusätzliches Eigenkapital soll die Bahn bis 2030 jedes Jahr erhalten.

Eben noch Krise, jetzt rosige Aussichten

Anfang des Jahres hatte es im Verkehrsministerium einen Krisengipfel zur Zukunft der Bahn gegeben. Dabei war festgelegt worden, dass in den nächsten zehn Jahren 86 Milliarden Euro in das Schienennetz fließen sollten. 24 Milliarden Euro davon sollte der Staatskonzern aus eigenen Mitteln finanzieren.

Im Juni hatte der Bahnvorstand seine neue Strategie "Starke Schiene" vorgestellt. Sie sieht neue Züge, den Ausbau des Schienennetzes sowie den kompletten Umstieg auf Erneuerbare Energien für den Antrieb der Züge vor. Außerdem sollen über 100.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Mit den bereits beschlossenen Programmen und den Maßnahmen aus dem Klimapaket bekommt die Bahn nach Meinung ihres Vorstandsvorsitzenden Lutz das größte Wachstums- und Innovationsprogramm in ihrer 180-jährigen Geschichte.

REDAKTION
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