Weichenstellung auf dem CDU-Parteitag (Foto: picture-alliance / dpa)

CDU-Parteitag in Hamburg Kramp-Karrenbauer ist neu CDU-Vorsitzende

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Parteivorsitzende der CDU. Sie setzte sich in einer Stichwahl gegen Friedrich Merz durch.

Kramp-Karrenbauer erhielt auf dem Parteitag in Hamburg 517 der 999 abgegebenen gültigen Stimmen, Merz kam auf 482 Stimmen.

Im ersten Wahlgang hatte keiner der drei prominenten Kandidaten - neben Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz war auch Gesundheitsminister Jens Spahn im Rennen - die erforderliche absolute Mehrheit bekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (r) gratuliert Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem CDU-Bundesparteitag zur Wahl als neue CDU-Vorsitzende (Foto: picture-alliance / dpa)
Kanzlerin Angela Merkel gratulierte ihrer Wunsch-Nachfolgerin zur Wahl als Partei-Vorsitzende

Der in der Stichwahl unterlegene Merz rief seine Anhänger zur Unterstützung der neuen Parteichefin auf. Zudem forderte er die Delegierten auf, Mitkandidat Jens Spahn erneut ins CDU-Präsidium zu wählen. Er kündigt aber selbst keine Kandidatur für einen Posten als Partei-Vize oder das Präsidium an. Er werde die Partei in den kommenden Jahren aber weiter unterstützen, so Merz.

Jens Spahn bot Kramp-Karrenbauer die Zusammenarbeit in einem "guten Team" an: "Wir sind ja so ein bisschen wie eine Rockband gemeinsam durch Deutschland getourt", so Spahn. Er habe immer gesagt: "Ja, ich kandidiere für die Führung des Teams - aber ich möchte in jedem Fall im Team bleiben."

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Alle Stellvertreter der Vorsitzenden wiedergewählt

Als eine der stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde am Freitagabend Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wiedergewählt. Sie erhielt mit 86,0 Prozent ein ähnlich gutes Ergebnis wie bereits vor zwei Jahren (86,2 Prozent).

Auch die bisherigen Stellvertreter, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl, wurden im Amt bestätigt.

Eine Einschätzung der Wahl von SWR-Korrespondentin Mirjam Meinhardt:

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Merz sieht "unerträglichen Zustand" im Konflikt mit der AfD

Vor der Abstimmung hatten die Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz noch einmal für ihre Ziele geworben.

Friedrich Merz hatte den CDU-Parteitag aufgerufen, ein Signal des Aufbruchs und der Erneuerung auszusenden. Die CDU brauche einen Strategiewechsel in Umgang mit Bürgern und Wählern sowie mit dem politischen Gegner, sagte er in seiner Bewerbungsrede für den Parteivorsitz.

Viele bemühten sich sicherlich, AfD-Wähler zur CDU zurückzuholen. "Es gelingt uns aber nicht." Dies sei ein unerträglicher Zustand.

"AKK": Nicht den Schwarzmalern hinterherlaufen

Vor ihm hatte Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer ebenfalls eine engagierte Rede gehalten. Sie warb mit 18 Jahren Regierungserfahrung im Saarland für sich und erinnerte daran, dass das "C" im Namen das Menschenbild der Partei vorgebe. "Ich will, dass das so bleibt."

Die Generalsekretärin forderte zudem, die CDU dürfe nicht ängstlich sein und den Schwarzmalern hinterherlaufen. Sie müsse mit eigenen Ideen eine Strahlkraft entwickeln, die Menschen fasziniere. Die CDU müsse notfalls auch gegen den Zeitgeist Kurs halten.

Spahn: Freiheit verteidigen

Zuletzt hatte Gesundheitsminister Jens Spahn seine Bewerbungsrede gehalten. Er wolle "kein Zurück in die Vergangenheit". "Ich will, dass wir unsere Freiheit verteidigen, gegen alle Feinde der Freiheit heute und in Zukunft jeden Tag." Er selbst laufe nicht weg, wenn es eng werde und er sei auch bereit gegen den Strom zu schwimmen.

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