Ein Feuerwehrmann kontrolliert ein Gegenfeuer, um einen größeren Brand in der Nähe einzudämmen. Rund 2.300 Feuerwehrleute sind im Bundesstaat New South Wales im Einsatz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Rick Rycroft/AP/dpa)

Buschfeuer in Australien Warum die Brände keine langfristigen Klimafolgen haben werden

Die Buschbrände in Australien nehmen kein Ende. Jetzt wird davor gewarnt, dass der Rauch weltweit seine Spuren hinterlasse. Stimmt so nicht, sagt Klimaforscher Mojib Latif.

Der Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel glaubt nicht an die Befürchtung, der Rauch durch Australiens Buschfeuer werde sich auf dem ganzen Planeten ausbreiten. Im SWR sagte er: "Der Rauch ist relativ weit unten. Er kommt zwar ziemlich weit. Man sieht ihn sogar über Neuseeland, aber er wird sich nicht weltweit verbreiten."

Das Interview mit Mojib Latif zum Nachhören:

Klimaforscher Mojib Latif (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Carsten Rehder/dpa)
Dauer

Anders sei es bei Vulkanausbrüchen: "Bei den explosiven Vulkanausbrüchen kommt das Material sehr hoch in die Atmosphäre – in die sogenannte Stratosphäre – also ein zweites Stockwerk der Atmosphäre in Höhen von deutlich über zehn Kilometer. Da kann sich das Material dann um den Erdball verteilen und bleibt dort dann auch ein bis zwei Jahre." Dies habe dann tatsächlich einen globalen Abkühlungseffekt. Die Buschbrände seien damit aber nicht vergleichbar.

Nicht nur Rußpartikeln gelangen in die Luft - sondern auch viel CO2

Neben diesen Rußpartikeln, die durch die Brände in Richtung Osten geweht werden, entstünden bei den Buschbränden aber auch große Mengen CO2 durch die Verbrennung von Bio-Massen, so der Klimaforscher weiter: "Das trägt zur Erderwärmung bei, aber das sind vergleichsweise kleine Mengen – wenn man das zum Beispiel in Beziehung setzt zu den Regenwäldern, die ja schon seit Jahrzehnten brennen."

Menschen verbrauchen viel mehr CO2 als durch Buschfeuer entstehen

Der CO2-Ausstoß durch die Buschfeuer sei daher eher ein regionales als ein globales Problem: "Man muss ja sehen: Wir entlassen circa 40 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr als Menschheit. Was jetzt in Australien in die Luft kommt ist wirklich ein Bruchteil dessen und deswegen nicht relevant für die Erderwärmung."

Klimawandel hat Buschbrände befeuert

Auch wenn die Brände das globale Klima nicht beeinflussen, hat der Klimawandel sehr wohl einen Einfluss auf die Buschbrände:

"Der Klimawandel befeuert im wahren Sinne des Wortes solche Buschbrände. Wir eilen in Australien von Temperaturrekord zu Temperaturrekord. Wir hatten jetzt im Dezember den wärmsten Tag überhaupt mit einer Temperatur von 49,9 Grad in Südaustralien. Auch die Trockenheit ist extrem. Australien ist zwar einiges gewohnt, aber das, was wir jetzt erleben, ist so außergewöhnlich - das hat es noch nicht gegeben."

Klimaforscher Mojib Latif

Solche extremen Wetterlagen würden sich dank des Klimawandels in Zukunft häufen und vielleicht sogar noch intensivieren.

ONLINEFASSUNG
STAND