Beseitigung von Herbstlaub mit Laubbläsern in Stuttgart (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER)

Bundesumweltministerium warnt Laubbläser schaden Natur und Gesundheit

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Sie sind laut und nerven gerade im Herbst wahnsinnig: Laubbläser. Das Bundesumweltministerium warnt vor den Geräten – wegen Gesundheitsgefahren, aber auch aus Naturschutzgründen.

Vor allem gegenüber Laubbläsern, die in Privatgärten eingesetzt werden, hat das Umweltministerium bedenken. Der Grund: "Die meisten Gartenbesitzer betrachten das Laub als bloßen Abfall", so SWR-Umweltredakteurin Elke Klingenschmitt. Jedes noch so kleine Blatt werde dann weggepustet und wandere in die grüne Tonne oder auf dem Wertstoffhof.

Igel richten sich gerne im Laub ihr Winterquartier ein

Dabei bietet das Herbstlaub unter Hecken und auch auf Beeten die Lebensgrundlage für nützliche Insekten, wie Spinnen. "Auch Igel überwintern gern in einem Laubhaufen in einer Ecke des Gartens", erklärt unsere Umweltredakteurin. Außerdem werde das Laub irgendwann zu fruchtbarem Humus.

Junger Europäischer Igel, Westigel, Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), in buntem Herbstlaub, Ahornblätter (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER)
Besonders junge Igel sind gefährdet picture alliance/imageBROKER

Der Laubbläser als Bakterien-Schleuder

Durch Laubbläser werden laut Bundesumweltministerium aber auch Bodenbakterien aufgewirbelt.

"Denken wir mal an Katzen, die sich im Garten erleichtern, oder Hundekot am Wegesrand: Wenn da Partikel von Laubbläsern aufgewirbelt werden - das einzuatmen ist regelrecht ungesund."

Elke Klingenschmitt, SWR-Umweltredakteurin

Laubbläser nur dort einsetzen, wo es unbedingt nötig ist

Das Ministerium empfiehlt deshalb: Keine Laubbläser auf privatem Gelände - und im öffentlichen Bereich nur dort, wo es wirklich nicht anders geht. "Es geht ja auch mit Rechen und dem alten Besen", sagt Klingenschmitt.

Man muss Staub und Lärm nicht immer hinnehmen

Verbieten könne man die Laubbläser nicht – da gehe das Europa- und das Wettbewerbsrecht vor. Allerdings müsse man Staub und Lärm von Laubbläsern auch nicht zähneknirschend hinnehmen: "Laubbläser fallen, wie Kettensägen und Rasenmäher, unter die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung. In manchen Kommunen ist das laute Blasen auch vor 9 Uhr morgens und nach 17 Uhr nachmittags verboten." Die Ruhezeiten zwischen 13 und 15 Uhr müssten in jedem Fall eingehalten werden. Anderenfalls drohe sogar ein Bußgeld.  

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