Organspende (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Jan-Peter Kasper/ZB/dpa)

Bundestag debattiert über Organspende-Regeln Betroffener ist für die Widerspruchslösung

Widerspruchslösung oder Zustimmungslösung bei der Organspende? Ein Betroffener, der selbst lange auf ein Organ wartete, unterstützt die Widerspruchslösung. Warum, schilderte er im Interview mit dem SWR.

In Deutschland sind zu wenige Menschen bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden. Die Politik will das ändern und am Nachmittag hat der Bundestag über zwei Vorschläge diskutiert.

Einer Organspende aktiv widersprechen oder erst die Zustimmung erteilen? Heiko Burrack musste selbst lange auf eine Organspende warten und unterstützt die Widerspruchslösung.

Warum, erklärte er im Interview mit SWR Aktuell:

Gesundheitsminister will Widerspruchslösung

Die Widerspruchslösung haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Karl Lauterbach, erarbeitet. Lauterbach warb im Bundestag auch für eine Umstellung auf die Widerspruchslösung.

Diese werde in 20 von 28 EU-Staaten praktiziert und sei auch ethisch geboten. Jeder wolle im Zweifel Empfänger eines Organs sein. Dann müsse es zumindest die Pflicht geben, dass man bereit sei, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und gegebenenfalls zu widersprechen.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock, die mit anderen Abgeordneten einen gegensätzlichen Entwurf eingebracht hat, wandte sich gegen diesen Ansatz. In einer so höchst persönlichen Frage müsse man die Situation jedes einzelnen Menschen im Blick haben. In der Verfassung sei aus guten Gründen das Recht auf die Unversehrtheit des eigenen Körpers verankert.

Mögliche Entscheidung im Herbst

Über eine mögliche Neuregelung wird der Bundestag voraussichtlich im Herbst abstimmen. Die Beratungen laufen über Fraktionsgrenzen hinweg. Die beiden Anträge haben jeweils Unterstützer in mehreren Parteien.

Kurz vor der Beratung hatte die AfD einen weiteren Antrag ins Parlament eingebracht. Er enthält keine grundsätzliche Neuregelung, schlägt aber Änderungen im Transplantationsgesetz vor, die unter anderem die Aufklärung von Patienten und Klarstellungen zum Verhältnis von Patientenverfügung und Organspende betreffen.

REDAKTION
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