Geld aus der Lebensversicherung (Foto: picture-alliance / dpa, SWR)

Wie klein darf der Bonus sein?

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Gigi Deppe

Weniger Geld für die Kunden von Lebensversicherungen – seit 2014 begünstigt ein Gesetz die Versicherer. Der Bundesgerichtshof entscheidet heute, ob das zulässig ist.

Bis 2014 konnten Kunden von Lebensversicherungen bei Auszahlung noch mit einem großzügigen Bonus aus den sogenannten Bewertungsreserven hoffen. Damit sind theoretisch errechnete Gewinne aus den Geldanlagen der Versicherung gemeint, die das Unternehmen noch hält. Also noch nicht zu Geld gemacht hat.

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2005 entscheiden:  Diese Reserven gehören auch den Kunden. Denn sie wurden mit Geld der Kunden aufgebaut.

Bald mehr Geld für Tausende Versicherte?

Der Versicherungskunde, über dessen Fall jetzt der Bundesgerichtshof, verhandelt, rechnete zunächst mit einer Bonus-Auszahlung von knapp 3.000 Euro. Dann aber wurde im August 2014 das Gesetz geändert.

Die Versicherer sollten zur Absicherung der Zukunft mehr behalten und nicht mehr so viel ausschütten müssen. Da bekam der Kunde auf einmal statt knapp 3.000 nur noch rund 150 Euro.

Der Bund der Versicherten, ein gemeinnütziger Verbraucherschutzverein, hat den Fall aufgegriffen und möchte jetzt vom höchsten deutschen Zivilgericht klären lassen, ob diese radikale Absenkung zulässig ist. Das Urteil des BGH in dieser Sache könnte Auswirkungen auf Tausende von Versicherungskunden haben.

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Theresa Berwian