In der syrischen Rebellenhochburg Idlib hat es kürzlich wieder zwei Bombenexplosionen gegeben. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Anas Alkharboutli)

Bürgerkrieg in Syrien Warum IS-Rückkehrer für Deutschland eine Gefahr sind

Die US-Regierung fordert Deutschland auf, gefangene IS-Kämpfer aufzunehmen. Aber die deutschen Behörden wissen zu wenig darüber, welche Rückkehrer gefährlich sind.

Die Bundesregierung steht unter Druck, seitdem US-Präsident Donald Trump europäische Staaten aufgefordert hat, gefangene IS-Kämpfer aufzunehmen. Doch könnten die Behörden mit IS-Rückkehrern in Deutschland so umgehen, dass kein Risiko für die Öffentlichkeit entsteht? Der Islamwissenschaftler Marwan Abou-Taam arbeitet für das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und bezweifelt das.

Zu viele unbekannte Gefährder

Abou-Taam sagte im SWR, dass es eine Sicherheitslücke gebe, und zwar dort, wo die Behörden nicht genug belastende Informationen über Rückkehrer hätten: "Diejenigen, die nicht im Fokus von Ermittlungsverfahren stehen, werden zunächst nicht direkt inhaftiert werden können."

Insgesamt wüssten die deutschen Behörden von nur knapp 1000 Menschen, die nach Syrien ausgereist seien, aber es gebe eine sehr hohe Dunkelziffer, so der Islamwissenschaftler. Die meisten Ausgereisten stammten aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Über einige von diesen sogenannten "Gefährdern" gebe es eine gute Informationslage, "aber nicht in Bezug auf alle Potentiale".

Frauen und Kinder als Gefahrenquelle

Auch Frauen und Kinder, die aus Syrien zurückkehren, müssten überprüft werden, sagte Abou-Taam: "Dort muss man genauer hingucken: Sind das Frauen, die selbst motiviert waren zur Ausreise? Sind das Frauen, die vielleicht sogar Teil des IS waren?" Selbst von Kindern und Teenagern könne eine Gefahr ausgehen, wenn diese "trainiert" seien, um Straftaten durchzuführen.

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