Der britische Öltanker "Stena Impero" wurde vom Iran in der Straße von Hormus gestoppt (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Iran beschlagnahmt britischen Tanker Bundesaußenminister Maas: Krieg muss verhindert werden

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Der Iran hält in kurzer Zeit zwei britische Tanker in der Meerenge von Hormus fest. Eines der Schiffe ist immer noch unter der Kontrolle Teherans. Das Verhältnis zwischen dem Iran und den Verbündeten USA und Großbritannien wird damit erneut strapaziert.

Die britische Regierung hat die Beschlagnahmung eines Tankers durch den Iran als illegal verurteilt. In einem Brief, der unter anderem an den UN-Sicherheitsrat geschickt wurde, steht laut der Nachrichtenagentur Reuters:

"Das Völkerrecht verlangt, dass das Recht auf Durchreise nicht behindert wird, und deshalb stellt die iranische Aktion einen illegalen Eingriff dar."

Britische Regierung

Der Tanker habe sich in osmanischen Hoheitsgewässer befunden, als er von iranischen Streitkräften beschlagnahmt worden sei.

Govt emergency cttee COBR met again this pm.Reaffirmed UK desire to de-escalate but confirmed Stena Impero was seized in OMANI waters in clear contravention of international law & discussed how 2 secure safety of UK/int shipping in Straits of Hormuz. Parliament 2 be updated Mon

Auch die Bundesregierung hat sich zu den Vorfällen geäußert: Der Iran solle die in der Meerenge von Hormus beschlagnahmten Tanker "unverzüglich" freigeben. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte: "Eine weitere regionale Eskalation wäre sehr gefährlich."

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) warnte nach dem Vorfall vor einer Eskalation der Gewalt. Er sagte in der "Bild am Sonntag", es müsse darum gehen Krieg zu verhindern. Darum müssten sich alle bemühen, sowohl die europäischen Partner als auch die Länder am Persischen Golf. Maas forderte den Iran auf, den Tanker schnell wieder freizugeben.

Besatzungsmitglieder sind noch immer an Bord

Nach iranischen Angaben liegt die Stena Impero liegt inzwischen im Hafen von Bandar Abbas. Die 23 Besatzungsmitglieder sollen sich nach wie vor an Bord befinden. Die Revolutionsgarden beschuldigen sie, gegen internationale maritime Regeln verstoßen zu haben.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna schreibt, der Tanker habe bei der Einfahrt in die Straße von Hormus sein Kennsignal ausgeschaltet und sei auf der falschen Seite der Fahrrinne unterwegs gewesen. Von der iranischen Schifffahrtsbehörde heißt es zudem, der Tanker sei in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen. Als dieses einen Notruf abgesetzt habe, habe der Tanker ihn ignoriert.

Britische Reeder weist Vorwürfe zurück

Die britische Reederei wies die Vorwürfe zurück. Das Schiff habe alle Navigationsregeln und internationale Vorschriften eingehalten. Der britische Außenminister Jeremy Hunt drohte der Führung in Teheran mit ernsthaften Konsequenzen, zeigte sich aber auch für eine diplomatische Lösung offen.

Ein weiterer britischer Tanker, der am Freitag in der Straße von Hormus offenbar Richtung Iran abgedrängt worden war, konnte seinen Kurs inzwischen fortsetzen.

Iranischer Tanker wird ebenfalls festgehalten

Vor dem britischen Überseegebiet Gibraltar wird immer noch ein iranischer Öltanker festgehalten. Die dortigen Behörden nehmen an, das Schiff sollte Öl nach Syrien bringen. Eigentlich hätte der Tanker schon freikommen sollen. Ein Gericht hat diese Frist jetzt bis zum 20. August verlängert.

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