Der britische Premierminister Boris Johnson (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa)

Nach Johnsons Vorschlägen EU-Diplomaten gehen von Verlängerung der Brexit-Verhandlungen aus

AUTOR/IN

Am 31. Oktober ist Halloween, aber ein harter Brexit wird an diesem Tag wohl nicht stattfinden - so die übereinstimmende Einschätzung von EU-Diplomaten gegenüber dem ARD-Studio Brüssel.

Der derzeitige EU-Ratsvorsitzende und finnische Ministerpräsident Antti Rinne geht davon aus, dass Boris Johnson entgegen seiner anderslautenden Ankündigungen doch um eine Verlängerung der Verhandlungen bitten wird. Ebenso sehen das die Brexit-Spezialisten unter den Diplomaten mehrerer EU-Länder.

Fest steht, dass die bisher in Brüssel von der britischen Regierung eingereichten Vorschläge für einen Deal nicht reichen. Denn diese Vorschläge sehen eine Zollgrenze zwischen Irland und Nordirland vor. Und diese Zollgrenze will die EU vermeiden, um den Friedensprozess in Nordirland nicht zu gefährden.

Chefunterhändler Barnier: "Briten müssen Vorschläge ändern"

Wenn die Briten ihre Vorschläge nicht änderten, dann gebe es keinen Verhandlungsfortschritt - jedenfalls nicht auf der Basis des Verhandlungsmandates, das ihm die 27 EU-Staaten erteilt hätten, betonte der Brexit-Chefunterhändler der EU-Kommission, Michel Barnier, gestern bei einer Veranstaltung der Tageszeitung "Le Monde" in Paris.

Wenn das Vereinigte Königreich noch ernsthaft an einem Ausstiegsabkommen interessiert sei, dann müsse die britische Seite noch in dieser Woche mit anderen Vorschlägen nach Brüssel kommen, so Barnier. Die EU sei bereit, darüber zu verhandeln, unterstrich Michel Barnier und fügte hinzu: "Kein Deal - das wäre nicht die Wahl Europas, das wäre die Wahl des Vereinigten Königreichs, nicht unsere."

AUTOR/IN
STAND
ONLINEFASSUNG