Theresa May (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/M tt Dunham/PA Wire/dpa)

Medienbericht in Grossbritannien Brexit: May will angeblich morgen Rücktritt bekannt geben

In Großbritannien verdichten sich Gerüchte über einen Rücktritt von Premierministerin Theresa May. Nach einem Bericht der Zeitung "The Times" will sie morgen ihren Rückzug bekannt geben.

Es werde damit gerechnet, dass May am Freitag ihren Rückzug als Regierungschefin ankündigen werde, berichtete die Zeitung ohne Nennung von Quellen. May werde demnach allerdings im Amt bleiben, bis ihre Konservative Partei einen Nachfolger ausgewählt habe.

Derweil will sich der konservative Abgeordnete und Vorsitzende einer einflussreichen Tory-Gruppe, Graham Brady, mit May treffen und ihr ein Ultimatum stellen:

Weiterer Rücktritt schwächt May

Gestern warb May im britischen Parlament noch einmal für das von ihr ausgehandelte Austrittsabkommen mit der Europäischen Union. Die Premierministerin will es den Abgeordneten Anfang Juni noch einmal zur Abstimmung vorlegen, nachdem sie es bereits drei Mal abgelehnt haben.

Doch ein weiterer Rücktritt hat May erneut geschwächt: Aus Protest gegen den Brexit-Kurs der Regierung erklärte die Ministerin für Parlamentsfragen, Andrea Leadsom, am Mittwochabend ihren Rücktritt aus Mays Kabinett. Der angeschlagenen Regierungschefin könnte zudem ein Misstrauensvotum ihrer konservativen Torys bevorstehen.

Leadsom: "Mit großen Bedauern und schweren Herzens"

Leadsom erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, sie glaube nicht mehr daran, dass Mays Strategie dazu führen werde, das Ergebnis des Brexit-Referendums umzusetzen. "Mit großen Bedauern und schweren Herzens habe ich mich entschieden, die Regierung zu verlassen" twitterte die prominente Brexit-Befürworterin.

It is with great regret and a heavy heart that I have decided to resign from the Government. https://t.co/f2SOXkaqmH

Der Druck wächst und wächst

Der Druck auf May zurückzutreten, ist in den vergangenen Wochen immer weiter angewachsen. Am Dienstag hatte sie ihren jüngsten Vorschlag zum Brexit vorgestellt. Er war – wie bisher immer – auf deutliche Ablehnung bei vielen konservativen Parteikollegen wie auch bei der oppositionellen Labour-Partei gestoßen.

Heute findet in Großbritannien die Europa-Wahl statt. Morgen soll sich May dann mit Brady, dem Vorsitzenden einer einflussreichen Tory-Gruppe, treffen.

REDAKTION
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