Brennende Wälder im Amazonasgebiet (Foto: dpa Bildfunk, Victor Moriyama/Greenpeace Brazil/dpa)

Brände im Amazonasgebiet WWF: Feuer bedrohen Tiere und Weltklima

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Die brasilianische Regierung setzt seit gestern das Militär gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet ein. Auch die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten haben ihre Unterstützung zugesagt. Umweltschutzverbände warnen trotzdem vor dramatischen Auswirkungen.

Es sind die schwersten Waldbrände, die die Region am Amazonas seit 20 Jahren erlebt hat. Die Feuer haben sich inzwischen auch auf die Regenwälder von Bolivien und Peru ausgebreitet. Allein in Bolivien sind schon fast eine Million Hektar Regenwald zerstört.

Der Brasilien-Experte der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland, Roberto Maldonado, warnte im SWR vor dramatischen Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere, Menschen und das Weltklima.

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"Etliche Tierarten sind vom Aussterben bedroht"

Unter anderem der "Feuerschwänzige Springaffe", der im Süden des Amazonas-Gebietes lebe, wo es derzeit am stärksten brenne, sei akut gefährdet, sagt Maldonado. Zudem seien etliche Insektenarten, von deren Existenz man erst vor kurzem Kenntnis bekommen habe, nun vom Aussterben bedroht. Die Waldbrände mit anzusehen, sei "unnötig und unglaublich schmerzhaft", sagte Maldonado.

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Urwälder können sich regenerieren

Der Umweltschützer berichtete in dem SWR-Interview aber auch von einem kleinen Hoffnungsschimmer. Die Urwälder seien zwar jetzt "verloren", sagte Maldonado. Allerdings könnten sie sich schneller regenerieren, als man dies früher geglaubt habe. Um dies zu erreichen, sei es aber sehr wichtig, die Gebiete "in Ruhe zu lassen." Man dürfe dort auf keinen Fall Rinder weiden lassen oder Soja-Monokulturen anlegen. Es gebe genügende Techniken, um die Gebiete wieder aufzuforsten.

G7 wollen helfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei dem Treffen der G7 in Biarritz, Deutschland und andere Länder wollten Gespräche mit Brasilien über die Wiederaufforstung aufnehmen. Natürlich handele es sich um brasilianisches Territorium, doch die Regenwälder seien eine globale Frage. Die Lunge der Erde sei betroffen, deshalb müssten gemeinsame Lösungen gefunden werden. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro äußerte sich zunächst nicht, ob er die Hilfe der G7 annehmen werde.

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