Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Bouffier stärkt AKK den Rücken CDU diskutiert über Kanzlerkandidatur

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) ist vorgeprescht und hat sich für die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer als kommende Kanzlerkandidatin ausgesprochen. Schon befindet sich die Partei mitten in der Diskussion um die K-Frage.

In jüngsten Umfragen zur Bundestagswahl wurde die Union erstmals von den Grünen überholt. Und angesichts der Turbulenzen in der SPD, könnten Neuwahlen noch vor Ablauf der Legislaturperiode kommen. Die Frage, wer als Kanzlerkandidat für die CDU ins Rennen geht, ist also nicht ganz abwegig, kommt aber zur Unzeit.

"Das war immer so und das bleibt auch so"

CDU-Vize Volker Bouffier findet nicht, dass es Zweifel geben kann, wer als Kandidatin antritt. Für den hessischen Ministerpräsidenten und stellvertretenden CDU-Vorsitzenden ist es selbstverständlich, dass die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer auch das Erstzugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur hat. "Das war immer so und das bleibt auch so", so Bouffier. Alles weitere werde zu "gegebener Zeit" entschieden.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Schlechte Umfragewerte, schlechte Wahlergebnisse, und eine dünne Machtbasis im Berliner Regierungsviertel: Annegret Kramp-Karrenbauers Art von Konservatismus könnte die Union noch mehr Wählerstimmen kosten, meint SWR-Hauptstadtkorrespondent Alfred Schmit:

Aus Sicht seines Parteikollegen, dem Ministerpräsidenten von NRW Armin Laschet, ist noch nicht über die nächste Kanzlerkandidatur entschieden.

"Annegret Kramp-Karrenbauer hat vorgeschlagen, die Kanzlerkandidatur auf dem CDU-Parteitag Ende 2020 zu entscheiden. Ende 2020 ist nicht heute und nicht jetzt."

Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW

Debatte zum falschen Zeitpunkt

Mehrere Unions-Politiker bezeichneten die Debatte zum jetzigen Zeitpunkt als verfrüht. Nach dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Europawahl und der Kritik am Umgang der Parteizentrale mit einem CDU-kritischen Youtube-Video war in der Partei die Eignung Kramp-Karrenbauers als Kanzlerkandidatin infrage gestellt worden.

Der Unmut über das Vorpreschen von Brinkhaus bei der Frage der Kanzlerkandidatur, liegt auch daran, dass die CDU nicht den Eindruck erwecken will, die GroKo stünde vor einem vorzeitigen Ende.

Die SWR Hauptstadtreporter Uwe Lueb und Evi Seibert argumentieren, was für und was gegen die Debatte über mögliche Kanzlerkandidaten spricht:

Werte-Union will Urwahl

Wenig Zuspruch bekam auch der Vorschlag der konservativen Werte-Union. Ihr Bundesvorsitzender, Alexander Mitsch, hatte in einem Zeitungsinterview eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Parteimitglieder ins Spiel gebracht.

Warum Mitsch eine Urwahl für eine gute Sache hält, erläutert er im Audio:

REDAKTION
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